Sie war nur noch ein Schatten ihrer selbst und es würde nicht mehr lange dauern, wie einer der Ärzte ihm gesagt hatte.
Der Krebs war wiedergekommen und hatte gestreut, die medizinischen Möglichkeiten waren zwar sehr fortgeschritten, aber Wunder konnten sie noch keine vollbringen. Die meisten Organe waren betroffen und versagten.
Sie war voller Schmerzmittel, aber gerade noch bei Bewusstsein.
Er trat an ihr Krankenbett und setzte sich auf einen Stuhl daneben.
Er erinnerte sich, wie schön sie einst gewesen war, als er sie kennengelernt, als er ihr die Narbe entfernt hatte…das war gerade mal sieben Jahre her…
Jetzt lag sie da, todkrank, leichenblass, abgemagert, nur noch ein letzter Lebensfunke in ihr, denn sie hatte noch eine wichtige Bitte an ihn.
Er nahm ihre Hand und sie flüsterte:
„Skrain…versprich mir bitte…etwas…“
Er musste sich tief zu ihr runterbeugen, sonst hätte er sie nicht verstanden.
„Alles was in meiner Macht steht, ad sher’dess…“
Sie versuchte ein Lächeln, aber es gelang ihr kaum…
„Meine Familie…kannst du dafür sorgen, dass …“sie fing an zu husten und der Krampf schüttelte ihren ganzen Körper.
Tapfer setzte sie neu an.
…dass meine Familie die Extra Rationen weiter…bekommt…“
Sie sah ihn bittend an, aber das hätte er sowieso veranlasst….
Sie drückte ganz leicht seine Hand als er ihr das versprach und schloss die Augen. Fast dachte er, es sei schon zu Ende…
„Meru?“ flüsterte er besorgt.
Doch sie schlug die Augen erneut auf und flüsterte wieder:
„Und…kannst du dafür sorgen, dass…man Nerys in Ruhe lässt…wenn sie in das…gewisse Alter kommt? Kannst…du sie beschützen?“
Er sah sie zweifelnd an.
Er drückte ihre Hand und meinte:
„Ich werde die entsprechenden Anweisungen geben. Zumindest wird sie dann keiner meiner Leute belästigen und sie wird auch nicht als Comfort Women ausgewählt.“
Meru lächelte dankbar.
Ihr Griff seiner Hand wurde schwächer, ihr Atem war kaum noch zu hören, er fühlte, dass sie starb.
Er blieb bei ihr, bis es zu Ende war.
Dann verließ Dukat das Hospiz mit Trauer im Herzen.