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Verwechslungen und Missverständnisse

von Miss MacKenzie

Kapitel 1

Kathryn Janeway, Captain der USS Voyager, saß in ihrem Bereitschaftsraum und genemigte sich, wie jeden Morgen eine Tasse Kaffee. Sie war müde, auch wenn sie es sich nicht eingestehen wollte. Ihr  Erster Offizier hatte Recht. Sie brauchte mal wieder einen freien Tag. Sie konnte sich gar nicht mehr daran erinnern, einmal einen Morgen richtig ausgeschlafen zu haben, seit dem die Voyager in den Delta-Quadranten verschlagen wurde. Vielleicht sollte sie sich wirklich einmal einen freien Tag gönnen, auch wenn sie noch so viele PADDs auf ihrem Schreibtisch liegen hatte, dass sie noch nicht mal an eine einzige freie Stunde denken konnte. Dieser freie Tag hatte also noch zu warten.

Und doch, wie schön wäre es denn, mal wieder auf einem friedlichen Planeten zu sein, mit warmen Klima und dann einfach mal entspannen? Sie überlegte, wann sie zuletzt auf einem wirklich friedlichen Planeten war, wo keine Feinde, Fallen oder feidliche Spezies auf sie lauerten. Ihre Antwort bestand aus dem Namen New Earth. Dort war alles so schön und friedlich gewesen, auch wenn es dort Insekten gab, die eine Krankheit verbreiteten. Dort hatte sie das Leben so unbeschwert genossen. Manchmal sehnte sie sich dorthin zurück. Und dieses 'machmal' häufte sich in letzter Zeit.

Sie erwachte aus ihren Gedanken. Wie oft war sie heute schon unachtsam gewesen? Sie musste damit aufhören, sonst wäre sie heute Abend immer noch nicht mit den Berichten fertig, und es wurde nicht mal ein freier Feierabend für sie. Sie legte wieder ein bereits bearbeitetes PADD zur Seite, dass sie schon die ganze Zeit in der Hand hielt und nahm sich das Nächste, als der Türmelder summte.

"Herein", sagte sie, als sie sich ein neues PADD nahm und es ansah.

Ihr Erster Offizier, Commander Chakotay trat ein, in beiden Händen jeweils ein PADD."Captain, dies sind die Berichte der Astrometrie und des Maschinenraums, den Sie haben wollten."

Er überreichte sie Janeway und wartete auf den Befehl wegzutreten. Aber er kam nicht, Janeway legte seine PADDs auf den Schreibtisch zu den anderen und las ihren Bericht weiter. Sie schien, als hatte sie Chakotay völlig vergessen.

"Captain?", fragte Chakotay unsicher.

Janeway zuckte zusammen, sie hatte vergessen, "Wegtreten" zu sagen. Wie peinlich! Was dachte jetzt ihr Erster Offizier von ihr? Dass sie an Alzheimer litt? Oder Stress? Nun ja, das mit dem Stress stimmte ja, aber sie dachte nicht, dass es SO offensichtlich wäre. Nun merkte sie, dass sie wirklich Urlaub brauchte, und zwar dringend.

Chakotay stand immer noch da, und wusste nicht, was er tuen sollte. Janeway hatte ihn für den Bruchteil einer Sekunde bemerkt, aber jetzt war sie schon wieder weggetreten und blickte ins Leere.

Er räusperte sich. Er machte sich nun wirklich Sorgen um den Captain, und um Kathryn, seine engste Vertraute an Bord dieses Schiffes.

Und wieder zuckte Janeway zusammen, sie war wieder wo anders, aber nicht bei ihrer Arbeit gewesen. Inzwischen sah Chakotay sie beunruhigt an, und er würde bestimmt gleich wieder etwas über ihren Gesundheitszusand reden wollen. Sie wollte aber keine solche Diskusion, weil sie genau wusste, dass er sie gewinnen würde. Schließlich hatte er ja sogar recht, musste sie sich eingestehen.

"Sie können wegtreten, Comander" sagte sie hastig, und gab vor in eins der PADDs vertieft zu sein.

"Und Sie könnten mal wieder einen freien Tag gebrauchen, Captain", antwortete Chakotay ohne auch nur ans Wegtreten zu denken.

Janeway sah von ihrem PADD auf, direkt in Chakotays Augen. Er hatte genau das gesagt, was sie dachte, was er sagen würde. "Chakotay, ich weis, dass ich im Moment ein bisschen überarbeitet bin, und ich werde auch einen freien Tag nehmen, sobald ich wieder Zeit habe, aber im Moment habe ich wirklich viel zu viel zu tun" und deutete auf die vielen PADDs auf ihrem Schreibtisch.

"Captain, Sie wissen, dass ich sie vom Dienst befreien kann, wenn ich es für nötig halte. Und ich denke, Sie haben es ziemlich nötig. Sie können sich nicht mehr konzentrieren, und haben völlig vergessen, dass ich noch da war. Hiermit entbinde ich Sie vom Dienst, gehen Sie in ihr Quartier und entspannen Sie sich, oder gehen Sie auf das Holodeck und führen Sie eine Hovel weiter..."

Janeway hatte bei allem nur zugehört und nichts gesagt, und auch jetzt sagte sie nichts, dachte nur, es wäre ein schlechter Scherz von ihrem ersten Offizier. Doch dann merkte sie, dass es keiner war. "Chakotay, das können Sie nicht machen, ich muss weiter arbeiten, ich werde nie mit meiner Arbeit fertig, wenn ich heute frei nehme" verteidigte sie sich."Ich verspreche Ihnen auch, dass ich sobald ich diese PADDs ferig habe, aufhöre und den restlichen Tag frei nehme, aber jetzt aufhören kann ich nicht, ich muss doch-"

"Sie müssen gar nichts, ich werde die PADDs bearbeiten, und Sie nehmen sich frei."

Janeway wollte gerade zu einem Komentar ansetzen als sich der Doktor übers Interkom meldete. "Der Doktor an Captain Janeway. Bitte melden Sie sich."

Janeway seufzte. "Ja, Doktor?"

"Captain, ich warte immer noch auf Sie. Haben Sie die Routineuntersuchung vergessen? Sie sind mal wieder die einzige Person auf diesem Schiff, die noch nicht untersucht wurde", meinte er.

"Doktor, hier spricht Comander Chakotay, der Captain wird gleich zu Ihnen kommen, sie hat nämlich heute nichts zu tun" sagte er und lächelte die überrumpelte Janeway an.

"Ach, Comander, und warum bin ich nicht davon benachrichtigt worden, dass der Captain heute keinen Dienst hat?"

"Weil ich gerade erst vom Dienst entbunden wurde, Doktor", antwortete eine säuerliche Janeway.

"Das ist ja wundervoll, das haben Sie hervorragend gemacht, Comander, das war ja mal nötig", meinte der Doktor freudig. "Ich sehe Sie dann gleich zur Routineuntersuchung Captain. Und wehe Ihnen, wenn Sie nicht kommen. Doktor Ende."

Chakotay sah die, immer sauerer werdendere, Janeway an und konnte sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. "Da sehen Sie, sogar der Doktor ist meiner Meinung" belehrte er sie.

"Er freut sich nur, endlich diese überflüssigen Untersuchungen an mir durchzuführen, mehr nicht", beschwerte sich Janeway.

"Wie auch immer, Sie gehen auf jeden Fall erst mal auf die Krankenstation, um diese durchführen zu lassen und dann entspannen Sie sich den restlichen Tag."

"Na wunderbar" komentierte Janway und verlies den Bereitsschafsraum, während sich Chakotay an Janeways Schreibtisch setzte und sich das PADD nahm, an dem Janeway gerade noch gearbeitet hatte. Das kann noch ein langer Tag werden, dachte er sich, als er den Stapel von PADDs sah, die er noch bearbeiten musste. Jetzt fing er an zu verstehen, warum sich Janeway so strickt gegen einen freien Tag wehrte, wenn man diese PADDs auch nur einen Tag außer Acht lässt, kommt man nie wieder mit der Arbeit hinterher.

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Janeway betrat die Krankenstation und sah sich nach dem Doktor um. Sie entdeckte ihn in seinem Büro, als er gerade in seinem Büro einen Bericht fertigstellte. Die betrat sein Büro uns räusperte sich.

"Ah Captain, noch nie waren Sie so schnell hier bei mir, wie jetzt, ich glaube ich sollte ihnen auch mal etwas androhen..." stichelte er sie. "Kommen Sie, ich habe schon alles vorbereitet, und da ich dachte Sie kommen eh nicht mehr so schnell zu mir, wenn Sie morgen den Dienst wiederaufnehmen, nun ja, dann werde ich heute mal einen Ganzkörper-Check bei ihren machen. Sie werden auf Leib und Seele geprüft" witzelte er und lachte über seinen eingenen Scherz, den Janeway absolut nicht lustig fand.

Das kann ja lange dauern dachte sie sich und folge dem Doktor zu einem der Biobetten.

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"Captain, Ihr Körper sind äußerst gesund, auch wenn ich mir das kaum vorstellen kann, bei Ihrer schlechten Ernährung, dem vielen Kofeine und dem wenigen Schlaf. " erzählte der Doktor, als er sein Instrument an Janeway Körper hielt, und die Daten ablies. "Aber was mir Sorgen macht ist Ihr Stressniveau, ganz zu schweigen von Ihrer Unkonzentriertheit, sie sind einfach viel zu hoch. Sie brauchen unbedingt Entspannung. Ich kann leider nicht anders als Sie für einige Tage vom Dienst zu suspendieren."

"Aber Doktor, es geht mir gut, ich brauche keinen Urlaub!" Oh doch, den brauchst du, Kathryn sagte ihre innere Stimme, aber Janeway wollte darauf nicht hören.

"Keine Widerrede, ich bin hier der Arzt! Sie nehmen sich 4 Tage frei, das ist das Minimum, der Comander kann dieses Schiff auch ohne sie führen, hier in diesem Raumgebiet ist ja eh nicht sehr viel los, oder sehe ich das falsch? Also, ich hoffe Sie haben noch ein schönes Holodeckprogramm, für das haben Sie nämlich jetzt sehr viel Zeit zur Verfügung."

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Janeway saß inzwischen in ihrem Quartier auf der Couch und entspannte sich. Sie blickte hinaus in die Schwärze des Weltalls und die Helligkeit der vorbeisausenden Sterne und dabei lief leise, ruhige Musik im Hintergrund.

Der Türmelder erklang. Janeway rief "Herein", aber sie wusste schon, wer es war. Sie blickte weiter aus dem Fenster, als sie Schritte hörte, die langsam auf sie zukamen.

"Hallo, Chakotay" sagte sie, immer noch den Sternen zugewandt.

"Woher wissen Sie, dass ich es bin?", fragte Chakotay leise.

"Ich weis es eben, vielleicht leide ich ja an Stress, aber mein Gehör ist immer noch einwandfrei." Damit drehte sie sich um, und sah ihn, wie er direkt vor ihr stand.

"Setzen Sie sich doch bittte. Darf ich Ihnen etwas anbieten?"

"Nein, danke, ich wollte eigentlich nur wissen, ob Sie mir noch böse sind, weil ich sie in die Klauen des Bösen, sprich dem Doktor, geworfen habe. Wenn ja, dann tut es mir außerordentlich leid."

Nein, Chakotay, ist schon OK, und schließlich sind Sie ja schon genug bestraft, oder wie gefallen Ihnen die Berichte, die ich sonst immer lesen muss?" fragte sie ihn grinsend. "Ich hoffe doch gut, schließlich müssen sie sich noch weitere 3 Tage mit ihnen anfreunden."

Chakotay anwortete nicht auf die Frage, denn er wusste genau, was sie damit bezwecken wollte. Sie wollte nur, dass er ihr erlaubt, wieder an die Arbeit zu gehen, aber das würde er nicht machen. Auch die große Janeway brauchte einmal eine Verschnaufpause. Doch er verkniff sich jedes Komentar.

"Ich werde Sie jetzt allein lassen, Captain, denn, wie Sie sagten, muss ich mich ja mit Ihren, und nebenbei auch meinen eigenen, Berichten rumplagen."

Er drehte sich um, und wollte gerade durch die Tür treten, als Janeway ihm hinterher rief: "Warten Sie Comander!"

Er wandte sich wieder zu ihr, und sah sie fragend an.

"Chakotay... haben Sie irgendeine Beschäftigung für mich? Ich sterbe hier drin noch vor Langeweile", beschwerte sie sich bei ihm.

"Und an was für eine Art der Beschäftigung dachten Sie dabei?", fragte Chakotay unsicher. Sie hatte doch nichts vor?

"Irgendetwas, geben Sie mir einen Bericht, vor mir aus auch den Wochenbericht des Maschinenraums, Hauptsache, ich habe etwas zu tun!"

"Nun, der Doktor hat gesagt, Sie sollen sich ausruhen. Einen Bericht werde ich Ihnen nicht geben, aber wie wäre es, wenn Sie auf das Holodeck gehen?"

Das Holodeck? Er ist doch schlauer, als ich dachte dachte sie sich und seufzte. "Na gut, das Holodeck geht auch."

"Gut, ich habe auch genau das richtige Programm für Sie", sagte er und lächelte.

"Welches denn?" Fragte sie ohne großes Interesse. Sie hatte eigentlich gehofft, Chakotay so weit umzustimmen, um wenigstens ein paar Berichte durchgehen zu können, aber sie würde wahrscheinlich in den nächsten 3 Tagen keine zu Gesicht bekommen, wenn Chakotay so stur blieb, wie jetzt. Dann musste sie eben das Beste aus ihren Ferien machen. Seltsam dachte sie bei sich noch heute Vormittag wollte ich unbedingt Ferien machen, und jetzt wehre ich mich dagegen? Wieso lasse ich es nicht einfach über mich geschehen?

"Es wird Ihnen gefallen, glauben Sie mir."

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