Dunkelheit... und irgendetwas stimmte nicht mit DS9, das fühlte Kira ganz deutlich. Es war anders, aber doch irgendwie vertraut. Sie schritt durch die Gänge und steuerte auf Ops zu.
‚Ich trage keine Uniform und irgendetwas ist da mit meinem Haar...‘
Erschrocken betrachtete sie sich in einem Spiegel. Die Haare waren lang und zu einem Zopf geflochten. ‚Diese Frisur habe ich vor fünf Jahren getragen!‘ dachte sie.
Plötzlich riss eine starke Hand sie herum.
“Was machst du hier, Bajoranerin? Solltest du nicht um diese Zeit im Gemeinschaftsschlafraum sein?” Der Cardassianer, welcher sie im Griff hatte, stand halb im Schatten, sie sah sein Gesicht nicht, erkannte aber die Stimme. “Dukat! Was tun Sie auf DS9, was wird hier gespielt? – Und lassen Sie meinen Arm los!” meinte sie gereizt und verwirrt.
Er trat aus dem Schatten und sein Griff verstärkte sich noch. “Für dich immer noch „Gul Dukat! „ Ich bin der Kommandant dieser Station und sie heißt „Terok Nor“ und nicht... anders.”
Sein Blick war eisig und die Dunkelheit machte aus seiner Erscheinung etwas derart Diabolisches, dass sie unwillkürlich zu zittern anfing. Sie flüsterte: “Terok Nor? Aber... das ist doch nicht möglich... “ “Kennen wir uns nicht von irgendwo her? Deine Augen... das Haar... ich vergesse selten ein Gesicht. Noch dazu ein so... schönes. – Jetzt habe ich es: Da war dieser Mord an einem Bajoraner. Du warst darin verwickelt, aber wir konnten dir nichts nachweisen... Der Formwandler beteuerte deine Unschuld, aber am nächsten Tag warst du verschwunden... Bist du vielleicht, nach all den Jahren wieder an den Ort deines Verbrechens zurückgekommen? Antworte!”
Dukat war dicht an sie herangetreten und sie wusste keine Antwort.
‚Wenn das ein Traum ist, dann ein sehr intensiver,‘ dachte sie bitter. Plötzlich wurde ihr schwindlig und dann...
...stieß sie stolpernd in der Wirklichkeit mit einem Cardassianer zusammen. Sie fand sich in den Armen Gul Dukats wieder, auf der hellen, belebten Promenade von DS9.
Verwirrt starrte sie ihn an. Er lächelte sein arrogantes Lächeln, das sie ihm manchmal am liebsten aus dem Gesicht prügeln wollte.
“Sachte Major! Ich bin vielleicht nicht immer da, wenn Sie fallen. – Sie sehen aus, als hätten Sie einen Geist gesehen. Wie wäre es, wenn Sie mich ins „Quarks“ begleiten? Wir könnten einen Raqutacino trinken und Sie erzählen mir, was los ist, hm?”
Ärgerlich befreite sie sich aus seinem sanften Griff, der ihr fast unangenehmer war, als der brutale von vorhin... wo auch immer sie da gewesen war. Erleichtert sah sie sich um. Das Alptraumszenario war verschwunden, alles war wieder so, wie es sein sollte.
“Wenn ich Ihnen erzählen würde, was ich gerade erlebt habe, würden Sie mir sowieso nicht glauben. Und im Übrigen habe ich überhaupt keine Zeit für ein Plauderstündchen mit Ihnen, Dukat!” Sie wandte sich zum Gehen, aber der Cardassianer vertrat ihr den Weg.
“Major, haben Sie vergessen, dass Commander Sisko Sie während meines Aufenthalts hier zu meiner Begleitung gemacht hat? Ich habe Sie extra angefordert um die bajoranische-cardassianische Beziehung zu verbessern. Er war sofort einverstanden und möchte wohl, dass ich mich... wohlfühle.”
Kira ärgerte sich. Sisko hatte ihr noch nichts davon gesagt, verdammt... Ihre Wut fokussiertem sich auf den selbstherrlichen Mann vor ihr. Sie verdrehte die Augen, seufzte und meinte: “Und in meiner Gegenwart fühlen Sie sich... wohl, ja?” fragte sie scharf und nur mühevoll beherrscht.
Sie musste vorsichtig sein, die Föderation war mit den Cardassianern ein Bündnis eingegangen, ihre Anwesenheit auf der ehemaligen cardassianischen Raumstation zeigte aber auch, dass sie den Cardassianern in keinem Fall trauten. Sie waren zum Schutz Bajors und des Wurmloches hier und Kira wollte auf keinen Fall einen neuerlichen Konflikt heraufbeschwören indem sie Dukat, der zurzeit in diplomatischer Mission auf DS9 weilte, in allzu heftiger Weise provozierte. Sie atmete tief durch.
Dukat breitete die Hände aus, als könne ihn kein Wässerchen trüben und lächelte.
[1]“Talschet!” flüsterte sie.
“Das ist das letzte, was ich mir wünsche, Dukat. Und ich glaube Ihnen das auch nicht.” “Sie könne mit Ihrem Commander Rücksprache halten, Major. Ihr Dienst ist vermindert, damit Sie genug Zeit für mich zur Verfügung haben.” “Sisko ist ein Sadist, ich habe es immer gewusst,” meinte sie düster. Dukat lachte lauthals. Einige Bajoraner und Reisende welche die Promenade bevölkerten, drehten sich neugierig nach dem seltsamen Paar um.
Kira zog Dukat mit sich Richtung „Quarks“. “Kommen Sie mit, bevor mein guter Ruf zum Teufel geht, Dukat. Ich muss heute noch ein ernstes Wort mit Sisko reden, wehe, wenn Sie gelogen haben, Dukat.” “Das würde ich mir nie erlauben, liebe Major Kira.”
‚Wenn es stimmt habe ich die nächsten paar Tage diesen arroganten Gockel auf dem Hals, in jeder freien Minute. Das wird Sisko mir büßen,‘ dachte sie düster und sie verfluchte den Tag.