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Frühjahrsblues (1.3)

von Lenar Fabien

Kapitel 1

Frühjahrsblues


Julian

Der Schiffscouncelor hatte mich vorübergehend dienstuntauglich geschrieben. Körperlich konnte ich mich zwar erholen nach dem schrecklichen Aufenthalt in der Gefangenschaft des Dominion, aber seelisch setzten mir diese zutiefst unangenehmen Erfahrungen doch zu, wie ich feststellen musste. Hinzu kam kurze Zeit später auch noch die versehentliche Offenlegung meines lange gehüteten Geheimnisses, ein Augment zu sein, die mich beinahe meine Karriere bei der Sternenflotte gekostet hätte...

Mein Vater nahm die Strafe dafür auf sich. Ich besuchte ihn und meine Mutter inzwischen wieder so oft es ging, auch wenn dies derzeit im Gefängnis stattfinden musste. Trotzdem war ich nicht vollkommen gesund und befand mich in Behandlung bei einem Councelor. Da ich außer Dienst gestellt war, stand mir eine Menge Freizeit zur Verfügung, die ich nutzen sollte, laut meinem Therapeuten. 

Schön und gut. Meine Freunde mit denen ich diese Zeit gerne verbrachte, waren leider ziemlich beschäftigt, was ich ihnen noch nicht einmal verübeln konnte. Die Bedrohung durch das Dominion machte die Sache nicht gerade leichter.

Mein bester Freund Miles wurde voll von seiner Vaterrolle seines zweiten Kindes Kirayoshi vereinnahmt. Seine Frau Keiko und er versuchten ihre beiden Berufe auf die Erziehung ihrer zwei Kinder abzustimmen, somit fanden unsere regelmäßigen Treffen während der Freizeit abseits vom Dienst nun kaum noch statt. Der Einzige, der selbst reichlich Zeit besaß, trotz seiner Berufstätigkeit, war mein Freund Garak. Einen eigenen Laden zu führen konnte durchaus Vorteile haben.

Er hatte sich nach dem Bekanntwerden meines illegalen Status doch etwas rar gemacht bei unseren regelmäßigen, gemeinsamen Mittagessen. Also beschloss ich, ihn persönlich in seinem Laden aufzusuchen.


Garak

Der Verlust meines Vaters Enabran Tain in diesem Gefangenenlager beschäftigte mich mehr, als ich zuzugeben bereit war. Trotz seines Alters und des angeschlagenen Zustandes, der bedingt durch den zweijährigen Aufenthalt dort, noch verschlimmert wurde, hätte selbst ich ihm ein längeres Leben im Ruhestand gewünscht anstelle dieses unwürdigen Ablebens zum Ende hin...

Ich konnte wohl von Glück sagen, dass ich nur sehr kurze Zeit dort ausharren musste verglichen mit ihm wie auch mit meinem menschlichen Freund Doktor Julian Bashir − in diesem Höllenloch! Ehrlicherweise hatten wir beide nach unserer Rückkehr zur Raumstation nicht wirklich über diese Zeit gesprochen, wie wir es vielleicht hätten tun sollen. Waren wir zu feige dazu?

Nun, ich behalte meine Gefühle größtenteils für mich. Wenn ich etwas erzähle, sage ich eigentlich nie direkt, was ich meine und verschleiere die Wahrheit für gewöhnlich mit ein bisschen Erfindungsreichtum in einer gekonnten Lüge.

Da gab es noch die Tatsache, dass Julian jedem seine genetische Manipulation verschwiegen hatte. Sollte mich das stören? Eigentlich nicht, immerhin hatte er viel zu verlieren gehabt dadurch, soweit ich wusste und trotzdem fragte ich mich, ob er es mir jemals anvertraut hätte, wenn es nicht bekannt geworden wäre. Ich bin unfair, ich weiß! Doch nach all der Zeit, hatte ich endlich gelernt, ihm zu vertrauen. Wieso konnte er das plötzlich nicht mehr?

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