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Falle

von Iriana Nor

Kapitel 1

Der Raum war dunkel, stickig und warm.

Zwei Pritschen mit relativ sauberen Decken und Kissen. Eine kleine Nasszelle mit Dusche, Toilette, Waschbecken, sauberen Handtüchern, ohne Tür. Ein Tisch, zwei Stühle. Durch eine Bodenluke in der Tür hatte man Essen geschoben, inklusive einer Karaffe mit sauberem Trinkwasser.

Sito untersuchte das Essen und das Wasser misstrauisch, aber konnte nichts Negatives feststellen.

‚Wenigstens wollen sie uns weder verdursten noch verhungern lassen,‘ dachte sie sarkastisch.

Dal machte ihr Sorgen.

Er hatte sich auf die Pritsche verzogen, die Decke über sich gezogen, obwohl es so warm war und schwieg.

‚Wahrscheinlich setzt er sich mit der Bemerkung der beiden Offiziere, welche sie gefangen genommen hatten, auseinander. Seiner fast sicheren Hinrichtung auf Cardassia…Sie überlegte, wie sie ihn etwas aufmuntern konnte. Aber die ganze Situation ließ ihr wenig Spielraum…

Und dabei versuchte sie selbst ihr Angst zu bekämpfen. Was würde sie erwarten? Folter? Vergewaltigung? Der eine, wohl der Ranghöhere, jüngere, hatte kaum einen Hehl daraus gemacht, was er vorhatte. Und der andere, war ganz wild darauf gewesen, Joret Dal zu foltern, um aus ihm Informationen zu holen, was er an Starfleet verraten hatte…

Sie redete Dal zu, er solle etwas essen, er bräuchte seine Kräfte sicher noch…

„Wozu, Jaxa? Damit ich länger durchhalte bei der Folter? Ich wünschte, ich würde dabei sterben. Sie wollen ihre Show, einen öffentlichen Prozess auf Cardassia und eine öffentliche Hinrichtung.“

Sie sah ihn traurig an.

„So darfst du nicht denken, Joret. Ich habe zu meinen Propheten gebetet, dass sie uns Rettung schicken.“

Er lachte leise.

„Dein Glauben in allen Ehren, Jaxa, aber wer soll uns retten? Deine Kollegen auf der Enterprise denken wahrscheinlich, wir sind tot. Und selbst wenn sie wüssten, wo wir sind, würden sie nicht so weit in cardassianisches Gebiet eindringen, ohne Erlaubnis. Wer sollte uns sonst retten? – Versprich mir etwas, Jaxa. Rette dein eigenes Leben, tu nichts Unüberlegtes, versuche nicht die Heldin zu spielen, falls du eine Chance zur Flucht hast, ergreife sie und schau nicht zurück. Versuche nicht, mich zu retten. Und wenn…der Offizier dich foltert…wobei ich eher glaube, dass er mit dir schlafen will, wehre dich nicht. Versuche sein Vertrauen zu gewinnen. Vielleicht kommst du dann davon, vielleicht erhebt man keine Anklage. Sag, du seist nur die Pilotin gewesen, du hattest keinerlei Kenntnisse über die Mission, wärst nur für meine Tarnung da gewesen. Betone den Friedensvertrag, den Cardassia mit Bajor hat, seit dem Ende der Besatzung. Biete an, dass die Föderation oder Bajor eventuell bereit wäre, ein Lösegeld für dich zu bezahlen.“

Sito wollte etwas darauf erwidern, aber da ging die Tür auf.

Zwei Soldaten, welche sie noch nicht kannten betraten die Gefängniszelle.

Der eine meinte in neutralem Ton:

„Joret Dal, aufstehen. Du wirst zum Verhör gebracht. Bajoranerin, zurücktreten.“

Dal richtete sich auf und streckte die Hände aus, wieder klickten Stahlfessel und Kette.

Er sah sie nochmal an, dann war er mit den Soldaten verschwunden.

Sito blieb zurück und hatte auf einmal keinen Appetit mehr.

                                                 ***

Als sie Joret Dal nach ein paar Stunden wieder in die Zelle schleiften, kroch er halb Richtung Pritsche und Sito war sofort bei ihm. Sie half ihm sich zu setzten und begann ihn zu untersuchen, trotz seiner schwachen Proteste, es sei nicht so wild. Sie holte ein kleines Med Kit welches auf dem Tisch lag.

„Zieh mal dein Oberteil aus, lass mich nachschauen.“

Er tat es und verzog schmerzhaft das Gesicht. Der Oberkörper war schon übersäht mit dunklen Flecken und Dal vermutete, dass ein paar Rippen an gestaucht waren. Sito legte einen festen Verband an. Sie frage ihn, ob er auch Schläge in die unteren Regionen bekommen hatte und er verneinte. Auch im Gesicht war nichts zu sehen.

„Es…lief erstaunlich glimpflich ab, Jaxa. Wahrscheinlich wird sich das steigern, von Verhör zu Verhör. Ist eine lange Reise nach Cardassia und sie scheinen es auch nicht sehr eilig zu haben…“

Abendessen wurde unter der Tür durchgeschoben.

Eine Art sämige Fischsuppe, wie Sito an dem Geruch zu erkennen glaubte. Sie richtete alles auf dem Tisch her und bat Dal, doch etwas zu sich zu nehmen. Ihr zu liebe tat er es, aß etwas Suppe, nahm ein wenig von dem dunklen Brot dazu, trank etwas von dem Tee, welcher dabei war. ‚Gar nicht schlecht, stark, belebend…‘ dachte Sito.

„Konntest du irgendetwas sehen, wo auf dem Schiff wir uns genau befinden?“

„Die Bauart ist mir geläufig, wir müssten in der Nähe der Frachträume sein.“

Sie unterhielten sich eine Weile und dann öffnete sich wieder die Tür.

Dal wappnete sich, aber diesmal wollten sie nicht ihn abholen, sie nahmen Sito mit und er sah ihr bang hinterher.

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