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Gespräch mit Damar

von Iriana Nor

Kapitel 1

„Was soll das heißen, Damar hat sich in seinem Quartier eingeschlossen und betrinkt sich? Haben Sie versucht, mit ihm zu reden? Wir haben morgen eine wichtige Mission auf Cardassia, welche seine Idee war, wie kann er nur?“

Der Cardassianer, der ihr die Nachricht überbracht hatte meinte: „Wir haben versucht mit ihm zu reden, aber er empfängt niemand. Er trauert um seine Familie, Commander.“

Kira schloss die Augen.

Dann schaute sie Garak an.

„Wir brauchen morgen alle Mann ausgeruht und Herr ihrer Sinne, Garak, können Sie versuchen, mit ihm zu reden?“

Garak deutete eine leichte Verbeugung an, meinte dann: „Das könnte ich versuchen, aber ich glaube eher, dass Sie, Kira, da vielleicht mehr Erfolg haben…“

Sie hob eine Braue.

„Ich? Mein Verhältnis zu Legate Damar ist…kompliziert, Garak, wie Sie ja wissen. Warum sollte gerade ich zu ihm durchdringen…“

„Sie haben mir gesagt, es täte Ihnen leid, wie sie auf die Nachricht mit seiner Familie reagiert haben, vor ein paar Tagen. Sie hatten noch keine Gelegenheit, ihm das zu sagen. Vielleicht wäre jetzt die beste Möglichkeit dazu, Kira.“

Sie seufzte.

„Nun gut, ich werde es versuchen. Bringen Sie mich zu ihm, Gul Betek. Garak, das könnte eine Weile dauern. Ruhen Sie sich aus, morgen wird ein anstrengender Tag.“

Garak nickte und Kira folgte Gul Betek.

Der Gul klopfte an Damars Tür und bekam eine unwillige Antwort von ihm, man solle ihn bis zum Abflug morgen früh in Ruhe lassen.

Darauf trat Kira an die Tür.

„Damar, Kira hier, wir sind gerade wieder eingetroffen. Ich möchte mit Ihnen reden. Öffnen Sie bitte, sonst suche ich mir etwas, womit ich die Tür aufsprengen kann,“ meinte sie ungeduldig.

Der Gul neben ihr grinste, aber Kira achtete nicht auf ihn.

Eine Weile hörte man nichts, dann hörten Sie Schritte und Damar meinte, in ziemlich unfreundlichem Ton, sie könne eintreten.

Kira dankte dem Gul, er könne sich nun zurückziehen, sie hätte alles Griff, was der dann tat.

Sie trat ein.

Es war ein kleines Quartier mit zwei Pritschen. Rusot hatte bis zu seinem Tod hier gewohnt. Rusot, sein Freund, den er getötet hatte, weil er Kira bedroht und die ganze Mission gefährdet hatte.

Im Raum war es warm, wie überall auf der Basis. Recht dunkel. Auf dem Tisch standen ein paar leere und volle Kanar Flaschen und einige Gläser.

Er stand dicht vor ihr und sah sie seltsam an. Sie hatte ihn ja ein paar Tage nicht gesehen, er sah schlecht aus. Übernächtigt, blutunterlaufende Augen, dunkle Ringe darunter, leicht alkoholisiert und offensichtlich trauerte er.

„Major…ach so, Sie sind ja inzwischen Colonel. Oder soll ich Commander sagen?“ meinte er lapidar und ging zum Tisch, setzte sich und schenkte sich ein weiteres Glas ein, nahm ein frisches Glas und schenkte es wortlos für Kira ein, stellte es ihr hin.

Sie setzte sich ihm gegenüber und meinte: „Kira genügt vollkommen, ich lege keinen Wert darauf, wenn wir allein sind, mit meinem Titel angesprochen zu werden, welchem auch immer.“

„Kira, was ist so dringend, dass Sie mit mir besprechen wollen, dass nicht bis morgen warten kann?“

„Ich mache mir Sorgen, Damar. Um Sie.“

Er verschluckte sich an seinem Drink und musste husten.“

„Können Sie das noch mal sagen, Kira? Ich glaube, ich habe mich verhört.“ Spottete er.

Sie lächelte leicht.

„Ich denke, Sie haben mich genau verstanden. Ich mache mir Sorgen um Sie. Die Mission morgen ist sehr wichtig, Sie haben mich davon überzeugt, dass es durch Ihre Kontakte möglich ist, cardassianische Truppen auf Cardassia auf unsere Seite zu ziehen. Wir brauchen morgen alle Mann nüchtern und bei klarem Verstand. Ein Fehler dort auf Cardassia und wir sind Geschichte.“

„Das…war mir natürlich klar, dass ihre Sorge nicht mir persönlich gilt, Kira. Natürlich geht es um die Mission.“

„Nicht ganz. Ich mache mir auch Sorgen um…Sie. Ich…hatte noch keine Gelegenheit, Ihnen mein Beileid für den Verlust ihrer Familie auszudrücken. Meine…Reaktion auf die Nachricht letztes Mal war…äußerst unsensibel und dafür möchte ich mich entschuldigen.“

Er sah sie an, mit seinen blutunterlaufenden, trauernden Augen.

„Nun, Sie hatten aber Recht, Kira. Ich habe ein junges Leben genommen, ich hielt Ziyal damals für eine Verräterin, ich war verblendet. Sie war ja zur Hälfte Bajoranerin, also war sie eigentlich keine Verräterin, sondern hat sich nur für ihre bajoranische Hälfte entschieden. Ich hasste alles bajoranische, keine Ahnung warum. Vielleicht weil Dukat…er hatte ein Faible für Bajoranerinnen und hat mir immer vorgebetet, wie er die Besatzung bereut hat und hat mir oft von Ihnen vorgeschwärmt…darum habe ich Sie…natürlich ganz besonders gehasst, vor allem Ihre…aufsässige Art.“

Sie nahm einen Schluck von dem Likörartigen Getränk und prostete ihm zu. „Das mit dem Hass beruhte durchaus auf Gegenseitigkeit, Damar. Als ihr im Namen des Dominion die Station erobert habt und rumstolziert seid, als wärt ihr Gottesgeschenke…Und natürlich, als sie das liebe Mädchen, dass für mich Familie war getötet haben, da habe ich Sie sehr gehasst. – Aber es geht jetzt nicht um mich oder um Vergangenheitsbewältigung, sondern um Sie. Wieviel haben Sie heute schon getrunken, Damar?“ fragte sie besorgt auf die leeren Flaschen blickend.

„Kira, Sie mischen sich gerne ein, nicht wahr? Nicht falsch verstehen, für Ihre Einmischung momentan was die Belange Cardassias und unsere Mission betrifft, bin ich sehr…dankbar. Aber mein Privatleben…Was soll ich denn sonst machen, als meine Trauer in Alkohol zu ertränken? Sie haben doch auch schon Freunde oder andere Nahestehende verloren. Wie sind Sie damit fertig geworden?“

Kira seufzte.

„Das wird eine lange Nacht…Ich ziehe erst mal meine Uniformjacke aus, hier ist es wie immer zu warm…“

Damar stand auf, ging zum Heizgerät und regelte es herunter.

„Es sollte gleich besser werden.“ „Danke.“

„Zwei Gläser, bisher, Kira. Die leeren Flaschen sind nicht von heute. Und ich könnte eine Flasche trinken und sie würden mir noch nichts anmerken. Aber ich kann uns starken Tee bringen lassen.“

„Das…ist eine gute Idee, Damar. Vielleicht auch ein paar…Snacks? Ich hatte noch keine Gelegenheit, heute Abend etwas zu essen. Außerdem redet es sich bei oder nach einem Essen leichter.“

Er lächelte müde. Dann bestellte er alles über seinen Kommunikator.

„Wie geht es…ihrem Freund Odo?“ fragte er behutsam.

„Er…liegt im Sterben, Damar. Wir haben uns verabschiedet. Wenn es kein Wunder gibt und der Doktor noch rechtzeitig ein Heilmittel findet…Ich habe zu meinen Propheten gebetet. Das hat mir immer sehr geholfen auch bei Verlusten in meiner Vergangenheit. Gibt es etwas, an, dass sie glauben? Beten Sie?“

„Cardassianer haben verschiedene Götter, an die sie glauben…oder auch nicht. Ich kann wenig damit anfangen…es tröstet mich weder, noch kann ich Hoffnung daraus schöpfen.“

„Das ist bedauerlich, Damar. Meditation? Könnte Ihnen das etwas bringen?“

„Vielleicht…Ich hatte nie viel Zeit und Muße dafür.“

Das Essen und der Tee kamen und sie sagte: „Nach dem Essen, wenn wir auch ein wenig geredet haben, könnte ich Ihnen gerne meine Techniken zeigen.“

Er nickte und sie widmeten sich dem Essen.

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