TrekNation

Dein Raumdock für deutsche Star Trek Fanfiction

Das Wrack

von Thilo

Kapitel 1

Captain Ineiau wurde in ihrem Büro durch das Interkom aus ihrem Papierkrieg gerissen. Wobei dieser ihr zunehmend unsinniger erschien. Wer dachte sich diese ganzen Formulare aus? Sie sah für einen Moment das Interkom erbost an, bevor sie das Gespräch annahm. „Ineiau, was gibt es?“

„Brücke hier“, meldete sich Lieutenant Natasha Tereskova. „Wir haben einen neuen Kontakt, der eine AU von uns entfernt aus dem Warp gekommen ist. Bisher keine Antwort auf meinen ersten Anruf, Skipper.“

„Danke, ich bin gleich da. Gehen Sie auf Alarmstufe Gelb. Ineiau Ende“, erwiderte sie. Gleichzeitig stand sie bereits auf, um sich auf die Brücke der Shiva zu begeben.

Da ihr Büro nur ein Deck unter der Kommandobrücke des alten Dreadnoughts lag, entschied Ineiau, dass sie schneller war, wenn sie statt des Turbolifts die enge steile Treppe nehmen würde, die neben dem Hauptbildschirm herauskam. Mit schnellen weitausholenden Schritten eilte sie den kurzen Korridor entlang.

„Freier Himmel, meine Liebe“, hörte sie die Stimme ihrer Ehegattin hinter sich.

Sie drehte sich um, aber Hekari war nirgendwo zu sehen. Und auch sonst lag der Gang verlassen da. Was nicht wirklich überraschend war, da es auf der vorderen Hälfte vom Deck 2 nur zwei Konferenzräume und eine Reihe Büros gab, die zwischen den oberen Phaserbatterien reingequetscht worden waren. Sie schüttelte irritiert den Kopf und ging weiter zur Treppenhaustür.

Nach dem kurzen Aufstieg trat sie neben dem Hauptbildschirm auf die Brücke.

Ihr langjähriger Erster Offizier Commander Raymond Stiles erhob sich bei ihrer Ankunft vom Kommandosessel. „Skipper, wir halten noch unseren Abstand zum Kontakt. Bisher keine Reaktion auf unsere Anrufe.“

Sie gingen gemeinsam zur Wissenschaftsstation, an der Ensign Betty Okuwa bereits ihre Daten überprüfte. Die junge Frau lächelte Ineiau zur Begrüßung an, bevor sie ihren ersten Bericht abgab: „Ich habe kein IFF-Signal vom Kontakt. Masse 190.000 Tonnen bei einer Gesamtlänge von 288 Metern. Und er scheint auch völlig ohne Energie zu sein, Ineiau.“ Sie zeigte auf die entsprechenden Diagramme auf einem ihrer Bildschirme. „Trotzdem hat der Kontakt sich uns mit Warp 6 genähert, bevor er auf Unterlichtgeschwindigkeit gegangen ist. Und es sah nach einem kontrollierten Manöver aus.“

Ineiau betrachtete ebenfalls die Anzeigen, während sie das Gefühl nicht loswurde, dass sie irgendetwas übersah. Sie blickte zum Piloten Lieutenant Akira Watanabe. „Okay, bitte bringen Sie uns näher ran. Aber bitte hübsch langsam.“ Als nächstes wandte sie sich an Taktik und Kommunikation. „Rihanna, bitte Schilde hoch. Natasha, wir bleiben auf Alarmstufe Gelb, bis wir näheres herausgefunden haben.“

Die Andorianerin bestätigte mit einem Nicken ihrer Antennen den Befehl. „Selbstverständlich, Schilde sind bereits auf voller Stärke.“

„Die Masse und Gesamtlänge stimmen komplett mit denen einer Connie überein. Welche Schiffe wären in diesem Sektor?“, fragte Ineiau weiter.

Tereskova rief die entsprechenden Daten an ihrer Kommunikationsstation auf. „Die Constellation, die Intrepid und die Cayuga, Ineiau.“

Die Zeit verging extrem langsam, während sich die Shiva dem Kontakt näherte. Ineiau ließ sich von ihrer Adjutantin Crewmember Leia Winter einen Kaffee während der Wartezeit bringen.

„Skipper, wir kommen auf Sichtweite“, meldete der Navigator Commander Eddie Holland, als sie gerade den letzten Schluck ihres Kaffees getrunken hatte. Der breitschultrige Mann sah auf seinem eigenen Bildschirm und atmete tief ein. Er blickte sich dann zu Ineiau um.

Sie fragte sich, was ihrem Ersten Offizier … nein, ihrem Navigator so überrascht haben mochte. Sie unterdrückte ein Kopfschütteln. Warum waren Stiles und Holland überhaupt beide gleichzeitig auf der Shiva? Da war doch etwas gewesen. Sie schob die seltsame Erinnerungslücke erst einmal beiseite. „Bitte auf dem Hauptbildschirm, Eddie. Maximale Vergrößerung!“

Auf dem Hauptbildschirm wurde der Kontakt rasend schnell herangezoomt.

Ineiau stand überrascht von ihrem Kommandosessel auf und starrte auf das Bild.

Der Kontakt war ein Kreuzer der Constitution-Klasse. Aber sie sah aus, als wäre ihr teilweise geschwärzter Rumpf im Laufe von Äonen durch Meteoriteneinschläge und Weltraumstaub verbeult und zerschrammt worden. Der Name auf dem Diskus war schon seit langem nicht mehr lesbar. Trotzdem war das Wrack vollständig erhalten und sah noch durchaus raumtauglich aus.

„Gibt es Überlebende?“, fragte Ineiau leise und ließ sich wieder auf ihrem Sessel sinken.

Betty Okuwa schüttelte den Kopf. „Es gibt keine Lebenszeichen, Ineiau.“

Ineiau betrachtete weiter das Wrack. „Sie sieht uralt aus, als ob sie schon Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende durch das All treiben würde. Aber die sechs ältesten Einheiten der Constitution-Klasse sind doch erst … sechsundzwanzig Jahre alt.“

„Ich habe noch keine Erklärung für Sie“, erwiderte Okuwa ebenso leise.

Ineiau lehnte sich in ihrem Kommandosessel zurück und legte die Hände zusammen, während sie ihre weitere Vorgehensweise überlegte. „Gibt es auf dem Wrack eine Atmosphäre?“

„Nein, es ist luftleer und ohne Schwerkraft. Die Temperatur liegt im Schnitt bei elf Grad Celsius, als hätten sich die Reaktoren erst vor ein paar Stunden abgeschaltet“, erklärte Okuwa.

Mit einem Ruck stand Ineiau wieder auf. „Ich leite ein Außenteam. Und ich möchte ein Sicherheitsteam dabei haben. Außerdem soll Rebecca zur Auswertung von deren Computern mitkommen.“

Stiles räusperte sich. „Commander Rebecca Fisher ist nicht mehr bei uns, Ineiau.“

Sie sah ihn überrascht an. „Habe ich etwas verpasst?“ Sie blickte sich weiter auf der Brücke um. „Und ich werde die ganze Zeit das Gefühl nicht los, dass ich irgendetwas Offensichtliches übersehen würde.“ Sie überlegte kurz. „Vielleicht sollten wir erst einmal wieder auf Abstand zu dem Wrack gehen. Ich bin auf der Krankenstation.“

„Das ist nun wirklich nicht nötig, Ineiau“, erklang eine sanfte Stimme hinter ihr.

Sie drehte sich zum Turbolift um, vor dem Doktor T’Ra stand.

„Geringe Erinnerungslücken sind nach dem Vorfall auf der Vengeance durchaus normal. Aber wenn es Sie beruhigen sollte, werde ich mich ebenfalls dem Außenteam anschließen“, erklärte die vulkanische Schiffsheilerin mit einem kaum sichtbaren Lächeln.

Ineiau blickte jetzt gleichermaßen irritiert wie peinlich berührt ihren Ersten Offizier an. Sie erwog für einen Moment trotz der Anwesenheit der gesamten Brückencrew zu fragen, auf was für einem Vorfall sich T’Ra überhaupt bezog.

Mit einem schiefen Grinsen zuckte Stiles mit den Schultern.

„Ich komme ebenfalls mit“, entschied Betty Okuwa.

Ineiau gab immer noch irritiert mit einer Geste ihre Zustimmung. „Okay, wir treffen uns in zehn Minuten im Transporterraum 2. In Raumanzügen und bewaffnet. Mir kommt dies alles sehr sonderbar vor.“ Und damit meinte sie nicht nur das Wrack.

Zu ihrer abermaligen Überraschung stand die gesamte Brückenbesatzung auf.

„Dann sehen wir uns nach der Mission wieder. Wir warten auf Sie. Viel Erfolg, Skipper“, verabschiedete sich Raymond Stiles mit einem Lächeln.

Irgendetwas stimmte hier ganz gewaltig nicht, dachte sich Ineiau.

 

Das Außenteam materialisierte auf der Brücke des anderen Sternenschiffes. Außer Ineiau, T’Ra und Betty Okuwa waren Lieutenant Commander Sil und Lieutenant Jordan Müller als Sicherheitskräfte mitgekommen. Sie trugen alle Raumanzüge.

Ineiau blickte sich auf der Brücke um. Diese wies mehr als deutliche Spuren von schweren Explosionen und Feuer auf. Und trotz der üblichen Anordnung der Stationen wirkte sie völlig unvertraut.

„Schwerkraft ist entgegen unserer Sensoruntersuchung doch vorhanden. Das ist schon einmal eine Verbesserung“, stellte Okuwa fest.

Vorsichtig schritt Ineiau durch den Schutt zum zerstörten linken Turbolift, neben dem die Widmungsplakette des Schiffes angebracht war.

„Skipper!“, hörte sie hinter sich die Stimme von Sil.

Sie blickte sich zu der großen Ani um.

Sil hielt ein Objekt hoch. „Das ist ein klingonisches Disruptorgewehr. Oder was davon übrig ist.“

„Aber es gibt keine Körper“, stellte Ineiau unbehaglich fest. Sie strich mit ihrer behandschuhten Hand Schmutz und Asche von der Widmungsplakette. „Die Enterprise?“ Sie sah sich auf der ihr fremden Brücke um. „Wann hat sie ein neues Brückenmodul erhalten?“

Betty Okuwa hatte inzwischen die schmale Tür zur Nottreppe neben dem zerstörten Hauptbildschirm geöffnet und leuchtete dort hinein. „Das weiß ich nicht. Aber das sieht hier aus, als wäre das Schiff mit den sekundären Sprengladungen selbst versenkt worden. Kein Warpkernbruch. Aber dann sollte trotzdem vom Diskus eigentlich nicht viel übrig geblieben sein. Hier gibt es nichts weiter zu finden. Gehen wir weiter.“

Ineiau stimmte ihrer Klassenkameradin von der Starfleet-Akademie mit einer Geste zu, während sie vorsichtig an den scharfkantigen Trümmern vorbei ebenfalls zur Nottreppe ging. Sie stutzte. Ihre Akademiezeit lag buchstäblich Jahrzehnte zurück. „Betty?“

Doktor T’Ra drehte sich von der Tür zu ihr um und sah sie fragend an.

Jordan Müller stieg bereits die Nottreppe hinab, während Sil das Schlusslicht bilden würde.

„Wo ist Betty? Ist sie schon vorgegangen?“, fragte Ineiau.

Kaum sichtbar in ihrem Raumanzug nickte T’Ra. „Ja, das ist sie.“

„Willkommen auf der Enterprise, Ineiau“, hörte sie eine kaum wahrnehmbare Stimme.

Sie blickte sich ruckartig zu dem Ursprung der Begrüßung um. Aber dort stand nur der verbrannte Kommandosessel. Aber sie kannte die Worte, die sie mehrfach bei ihren gegenseitigen Freundschaftsbesuchen gehört hatte. Jim?

„Wir sollten weitergehen. Sie möchten nicht hier sein, Skipper“, sagte Sil neben ihr.

Aufgewühlt griff Ineiau nach dem Geländer des mehr einer Leiter als einer Treppe ähnelnden Niederganges. „Ich habe das Gefühl, dass ich gerade Geister höre, Sil“, sagte sie leise.

„Vielleicht tun wir das alle, Skipper“, erwiderte Sil mit einem mitfühlenden Lächeln.

Ineiau hielt beim Abstieg inne. „Sil? Was wissen Sie?“

„Nichts, was ich Ihnen sagen könnte. Für mich ist dieses Wrack ebenso fremdartig wie für Sie. Ich frage mich, warum wir überhaupt hier sind, Skipper.“

„Um herauszufinden, was hier vorgefallen ist“, erwiderte Ineiau ganz und gar nicht beruhigt, während sie ihren Abstieg zum nächsten Deck fortsetzte.

Jordan Müller und T’Ra erwarteten sie bereits. Beide hatten die Helme ihrer Raumanzüge abgenommen. Betty Okuwa war nirgendwo zu sehen.

Der Korridor wirkte im Gegensatz zur Brücke der Enterprise beinahe unversehrt.

Auch Sil nahm ihren Helm ab.

Zögernd folgte Ineiau ihren Beispielen. Tatsächlich war die Luft atembar ohne den von ihr erwarteten strengen Geruch nach verbrannter Elektronik.

Silk küsste ganz offen und ohne Scheu ihren Lebensgefährten Jordan Müller, der diesen Kuss nach einem kurzen Seitenblick zu Ineiau liebevoll erwiderte.

Jordan lächelte dann seine Vorgesetzte nervös an. Er zeigte auf den Gang, der in einem engen Rundkurs um den zentralen Kern des Diskus herumführte. „Dahinten liegt das obere Deck der Offizierslounge. Wir können über dessen Freitreppe auf Deck 3 gelangen, Skipper.“ Er sah Sil für einen langen Augenblick an. „Ich werde jetzt vorgehen, Süße.“

Sil schluckte. „Warte auf mich. Ich komme nach, Süßer.“

„Ich warte auf dich.“ Müller ging vor, um den Weg zur Lounge zu sichern.

Ineiau ließ zunehmend mehr irritiert und beunruhigt ihren Blick zwischen Sil und T’Ra hin und herwandern. „Seit wann hat die Offizierslounge auf einer Connie ein oberes Deck? Und eine Freitreppe?“

„Beides wurde beim Komplettumbau geschaffen, Skipper“, antwortete Sil.

„Welcher Komplettumbau?“, hakte Ineiau nach. Da sie irgendwie keine rechte Antwort erwartete, folgte sie Jordan. Sie erreichte tatsächlich am heckwärtigen Ende des Korridors eine offenstehende Tür und betrat eine Lounge mit einer großen Sitzlandschaft, die durch drei große Panoramafenster einen spektakulären Ausblick auf dem Weltraum bot. Hier sah alles völlig unbeschädigt und sauber aus. Und sie kannte es. Sie blickte sich zu ihren beiden Begleiterinnen um. „Ich war hier schon einmal … nein, es war nicht auf der Enterprise, sondern auf der Shokaku. Was geschieht hier?“

Sil blickte sich um. „Es sieht besser aus, als das was wir bisher gesehen haben. Wie fühlen Sie sich, Skipper?“

„Verwirrt! Und wo ist Jordan abgeblieben?“

Sil sah sie traurig an. „Er ist bereits vorgegangen?“

„Wohin vorgegangen?“, fragte Ineiau.

T’Ra übernahm die Führung, ohne die Frage zu beantworten. „Wir sollten weitergehen, Ineiau.“ Sie stieg die Freitreppe zum unteren Deck mit der Bar hinab.

Ineiau und Sil folgten ihr.

Abrupt blieb Ineiau stehen. „Wo sind unsere Raumanzüge abgeblieben?“ Tatsächlich trugen sie alle ihre normalen Schiffsuniformen mit jeweils gelber, roter oder blauer Tunika.

T’Ra zeigte trotz ihrer vulkanischen Gemütsruhe ein schmales zufriedenes Lächeln. Sie trat zur nächsten Tür, die sich wieder Erwartens für sie automatisch öffnete. „Wir benötigen sie nicht mehr. Und das ist eine gute Entwicklung.“ Sie schritt in den Korridor.

Ineiau beeilte sich ihr zu folgen und sie nicht aus den Augen zu verlieren, wie sie bereits Betty und Jordan verloren hatte.

Kies knirschte unter ihren Stiefeln, als sie der Vulkanierin weiter zwischen Bäumen und Büschen folgte. Es gab aber weder auf Enterprise noch auf Shokaku im Diskus ein Arboretum. Sie blickte nach oben in den wolkigen Himmel. Die Sonne stand hinter den hellen violetten Wolken. Sie erkannte jetzt, wo sie war.

T’Ra blieb stehen und drehte sich zu ihr um. Sie hob ihre Hand zum vulkanischen Gruß. „Ich werde jetzt ebenfalls vorgehen. Und auch wenn der Gruß vielleicht in dieser Situation unpassend ist: Leben Sie lange und in Frieden, Ineiau.“

Ineiau schluckte, da sie jetzt ahnte … nein, sich erinnerte, was hinter der blühenden Hecke sie erwarten würde. Sie wusste jetzt wieder, was auf der Vengeance und danach geschehen war. „Herrlichkeit des Himmels, T’Ra. Ich komme nach, bitte warten Sie auf mich.“

„Das werde ich.“ T’Ra schritt daraufhin ruhig und gelassen voraus über dem Kiesweg, der zwischen den Hecken langführte.

Ineiau sah sich zu ihrer letzten Begleiterin um.

Sil wirkte traurig, trotzdem gelang es ihr ermutigend zu lächeln. „T’Ra ist lange vor uns gestorben. Ich kann Sie noch ein Stück begleiten, Ineiau.“

„Danke, Sil“, antworte Ineiau aufrichtig. Sie nahm all ihren Mut zusammen und schritt möglichst würdevoll den Weg lang. Sie umrundete eine Hecke voller blauer Blüten und erreichte die Terrasse hinter Hekaris Elternhaus. Sie wusste jetzt, dass ihre Ehegattin dieses von ihren Müttern geerbt hatte, nachdem sie beide die Shiva bereits lange verlassen hatten. Und eine ihrer Enkeltöchter würde nach ihnen hier mit ihrer eigenen Familie einziehen.

Sie ging zu der zugedeckten Gestalt, welche deren Kinder und Enkel mit dem Pflegebett aus dem Haus gebracht hatten, damit sie ihre letzten bewussten Augenblicke in ihrem blühenden Garten und im Kreis ihrer Familie verbringen konnte.

Sie zögerte.

Sil legte zur Ermutigung wortlos ihre Hand auf Ineiaus Schulter.

Behutsam zog Ineiau das Tuch von der Gestalt. Und sah auf ihr eigenes altes Ich hinab. Sie spürte ihre Tränen über das Gesicht laufen. „Also ist es jetzt soweit?“, fragte sie leise niemanden spezielles. Sie wusste, dass auch Sil jetzt vorgegangen war.

„Ich habe auf dich gewartet, meine Liebe“, hörte sie Hekari neben sich.

Sie wandte sich zu ihr um und nahm ihre wieder jung erscheinende Ehegattin einfach nur in die Arme. „Und ich bin jetzt ebenfalls am anderen Ufer angekommen“, sagte sie fast tonlos. „Ich habe dich die letzten langen Jahre vermisst, meine Liebe.“

Sie küssten sich.

Dann meinte sie, etwas hinter sich zu hören. Sie und Hekari drehten sich herum.

Und dort standen Sil und Jordan händchenhaltend.

Und hinter ihnen standen nicht nur ihre Schwester Ikaniau und ihre Mütter, sondern auch zahlreiche ihre Freunde und Verwandten.

Ineiau wusste jetzt, dass alle hier waren, die bereits vorgegangen waren.

„Willkommen am anderen Ufer, kleine Schwester“, begrüßte Ikaniau sie mit einem Lächeln.

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