TrekNation

Dein Raumdock für deutsche Star Trek Fanfiction

Schokoladeneis mit Sahne hilft immer

von Iriana Nor

Kapitel 1


Counselor Deanna Troi setzte sich in Uniform im >Zehn Vorne< an die Bar.
Es war 7.00, sie kam von der Nachtschicht auf der Brücke, für die sie sich oft meldete. Das Kommando zu haben, wenn auch nur in der Nachtschicht, hielt sie für eine gute Übung, Beverly hatte sie einmal auf die Idee gebracht.
Außerdem hielt es sie von trüben Gedanken ab und sie konnte auch Picard ein wenig aus dem Weg gehen… der sie am Vortag genervt hatte.

Sie sah müde und ein wenig traurig aus, wie Guinan bemerkte.
Deana setzte sich seufzend und nach einer kurzen Begrüßung bestellte sie ein Frühstück mit etwas Obst und Tee.

Guinan verschwand kurz, ging zum Replikator und stellte der überraschten Deanna einen großen Becher mit vier Kugeln von verschiedenem Schokoladeneis und einer großen Haube mit Sahne hin.
Deannas Augen begannen zu leuchten, sie nahm den langen Löffel und wollte ihn schon eintauchen, dann schob sie den Becher von sich.
„Nein, Guinan, das habe ich nicht bestellt. Ich habe heute Obst Tag.“
„Nonsens, Deanna. Wer sagt, dass Sie Diät halten sollen, Beverly?“
„Nein, der Captain, gestern.“
Guinan hob eine Braue.
„Jean-Luc? Hat das so zu Ihnen gesagt?“
„Nun…nicht direkt. Wir hatten ein Gespräch auf der Brücke und er hat auf meinen Bauch gestarrt. Ich habe da ein paar Pfund zugelegt, Sie wissen ja warum Guinan. Die Trennung von Worf…war nicht leicht. Man sagt das so leicht, >sie gingen als Freunde auseinanderr<….
Aber in Wirklichkeit…

Ich habe mich ein wenig gehen lassen in letzter Zeit, bin nicht zum Training, zu viel gegessen. Die Pfunde müssen wieder runter, die Uniform hier verzeiht keine Pölsterchen. 
Der Blick unseres Captains war missbilligend.
Ein Wunder, dass er nicht gefragt hat, ob ich schwanger bin…
Aber von wem auch…“ seufzte Deanna.
„Er ist in ein klingonisches Kloster abgehauen, weil ich die Enterprise D zu Schrott geflogen habe, sein Zuhause. Ist ja lächerlich, bricht mit mir, haut ab…Wir alle müssen damit kla kommen und die neue Enterprise ist fast genauso schön…Und der Captain meinte nur; mit Blick auf mein Bäuchlein, dass mir ein oder zwei Obst Tage ganz gut stehen würden…
Darum habe ich mich diese Woche erst mal zur Nachtschicht gemeldet.“
„Na dem lieben Captain erzähle ich was, wenn er sich mal hierher verirrt…
Sie haben eine schöne Figur Deanna, lassen Sie sich da nichts einreden. –
Essen Sie ihr Eis, es beginnt bereits zu schmelzen. Schokoladeneis mit Sahne hilft immer, vor allem gegen trübe Stimmung.“
Sie sah Deanna aufmuntern an und diese tauchte ergeben den Löffel in die Sahne.
„Ach Guinan, ich beneide Sie um die schönen, weiten Roben die sie immer anhaben.“
Guinan lachte leise.
„Und ich beneide Sie um Ihre Schönheit, Deanna.“
Diese sah überrascht auf.
„Sie halten mich für schön? – Worf hat das auch einmal gesagt und nun ist er fort, hockt in dem Kloster, vermutlich fastet, blutet und schwitzt er, wie es Klingonen halt so Spaß macht.“
Sie hackte mit dem Löffel auf das Eis ein, in Gedanken versunken.
„Nicht mehr.“ Meinte Guinan sanft.
Deanna blickte auf und sah sie fragend an.
„Er hat das Kloster verlassen und wurde nach Deep Space Nine gerufen, die Region dort ist gerade ein Pulverfass, der Konflikt mit den Klingonen wegen dem Dominion nimmt zu. Der Commander dort braucht Hilfe um die Klingonen zu handeln.“
Deanna sah sie perplex an.
„Ich will gar nicht wissen, woher Sie ihre Informationen beziehen. Aber ich kann mir denken, dass man hinter dieser Bar so einiges hört, was davor so gesprochen wird…
Ob…er dort bleibt? Ein Krisenherd, genau das richtig für Worf…Ob ich ihn dann dort mal besuche?“ grübelte sie.
„Tu das nicht, Imzadi.“ Meinte eine leise, sanfte Stimme neben ihr.
Überrascht sah sie, wie Will Rider sich neben sie setzte.
Er trug noch keine Uniform, bestellte ein deftiges Frühstück bei Guinan, mit Speck, Eiern und Toast.
Schmunzelnd sah er auf den halb gegessenen Eisbecher, dessen Reste fast nur noch Schokosoße waren.
„Für dich ist es wohl nie zu früh für Schokoladeneis?“ 
Sie seufzte.
„Ich wollte einen Obst Tag einlegen, oder zwei, aber Guinan war dagegen. –
Was meinst du mit <Tu es nicht> Will, warum soll ich Worf nicht besuchen? Und was interessiert dich das?“
„Also, erstens ist Besuch dort momentan zu gefährlich, zweitens sind wir Freund und es interessiert mich natürlich, wenn du dich in Gefahr begeben willst und drittens…
Deanna, ihr habt Schluss gemacht, schon vor einer Weile. Wenn du mich fragst, habt ihr sowieso nie zueinander gepasst…gut vielleicht war auch ein wenig Eifersucht dabei, ich gebe es zu. 
Dein Platz ist auf der Enterprise. Wenn Worf zurückkommen möchte, wäre das etwas anderes, aber so wie es aussieht, wird er erst mal dort bleiben und möchte nicht zurück. Und da er es dir nicht einmal mitgeteilt hat, dass er nach DS8 gerufen wurde, scheint er wirklich die Brücken hinter sich abgebrochen zu haben.
Du hast hier jede Menge Freunde und wir sind alle für dich da.
Beverly lässt dir ausrichten, wenn du ein wenig geschlafen hast, würde sie sich freuen, wenn du sie zum Yoga begleitest.
Und heute Abend ist wieder Poker angesagt, Geordi und Data würden sich auch freuen, wenn du mal wiederkommen würdest.
Schokoladeneis hilft…aber Freunde auch, vergiss das nicht, Deanna.“
Sie sah ihn nachdenklich an.
„Du wirst immer mein Freund sein Will, nicht wahr?“
Er nahm ihre Hand.
„Natürlich, Imzadi.“ ‚Und vielleicht irgendwann einmal wieder…mehr,‘ dachte er.
Dann brachte Guinan sein Frühstück und Deanna sah ihm vergnügt zu, wie er es in kurzer Zeit vertilgte.
Sie stand auf, gähnte und wünschte Guinan und Will einen schönen Tag, sie müsse nun erst mal etwas schlafen. 
„Du kommst doch heute Abend? Wir sind heute bei mir im Quartier.“
„Ich werde da sein. Aber keine Snacks hinstellen, Will, das da muss wieder weg.“
Sie strich sich über ihr kleines Bäuchlein.
Sein Blick glitt bewundernd über ihre Gestalt.
„Was denn, was soll da weg? Da ist alles so, wie es sein sollte,“ tat er unschuldig.
Sie lächelte küsste ihn auf die Wange.
„Bis später, Will Riker, mein bester Freund.“
Dann ging sie.
Guinen kam wieder heran und sah den Blick den Riker Deanna hinterherschickte. 
„Sie lieben sie noch immer, stimmt‘s?“ fragte sie sanft. 
Er sah sie erschrocken an.
„Ist das so offensichtlich?“
„Für mich schon. Mir entgehen wenig Emotionen meiner Gäste.
Aber wenn sie es eines Tages wieder merken soll, müssen Sie…sich mehr um sie bemühen, als es ein Freund tun würde. 
Sie war an dem Klingonen interessiert, aber…er wurde nicht ihr Imzadi. Das sind nur Sie, Will. Vergeuden Sie nicht zu viel Zeit. Wir werden alle nicht jünger,“ grinste das alte Wesen hinter der Bar. 
Riker prostete ihr mit seiner Kaffeetasse zu, verabschiedete sich und ging.
‚Wie alt Guinan wohl wirklich ist…‘dachte er beim Gehen.

Dann ging er in sein Quartier, zog sich die Uniform an und ging zum Dienst.
Und freute sich auf den Pokerabend.

        E N D E
  




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