TrekNation

Dein Raumdock für deutsche Star Trek Fanfiction

Die Bürde Des Schicksals

von rogo

Die Tarnvorrichtung

Uns erreichte ein Notsignal des Versorgungslagers von Amar. Sie wollten gezielt ein Schiff im Dienst des Geheimdienstes erreichen. Ich nahm das Gespräch in meinem Bereitschaftsraum an.

  "Qapla'! Ich bin Kurnek, Leiter des Versorgungslagers von Amar."
  "Qapla'! Ich bin Kula la'. Was gibt es, Kurnek?"
  "Uns ist eine Tarnvorrichtung abhanden gekommen."
  Ich schwieg einen langen Moment. Ich musste diese Nachricht kurz sacken lassen. "Was heißt das? Abhanden gekommen?", polterte ich los.
  "Wir haben zuletzt eine Tarnvorrichtung für einen qI'vo'rIt-Kreuzer herausgegeben, der IKS vaQ (Die Aggressive / Energische). Alles lief korrekt ab. Aber als wir routinemäßig den Bestand überprüft haben, fehlte nicht eins, sondern zwei der Systeme. Es scheint, als hätte jemand eine weitere Tarnvorrichtung abgezweigt. Diebstahl, getarnt als reguläre Entnahme für eine Reparatur."
  Meine Gedanken begannen zu rasen! Ich wäre beinahe aufgesprungen. "Wie lange ist das her?"
  "Die Entnahme fand vor vier jaj und neun rep statt. Wir haben es erst innerhalb der letzten zwei rep bemerkt."
  "Haben Sie eine Ahnung, wie der Diebstahl abgelaufen ist? Wie die Diebe das gemacht haben? Normalerweise kann man nicht einfach zwei Tarnvorrichtungen mitnehmen, wenn man eine bestellt hat."
  "Richtig. Die Untersuchung hat gerade erst begonnen", sagte er und schüttelte den Kopf.
  "Gibt es eine Spur des Systems? Wie können sie es weggebracht haben?"
  "Das wissen wir ebenfalls noch nicht. - Aber es scheint, dass Sie das naheste Schiff des Geheimdienstes sind."
  "Wir sind unterwegs! Halten Sie uns auf dem Laufenden!"

Ich rief sofort die Brücke und befahl, mit maximaler Warpgeschwindigkeit nach Amar zu fliegen. Dann öffnete ich einen verschlüsselten Prioritätskanal in die Geheimdienstzentrale nach Qo'noS.
  "Qapla'! Ich bin Rovak Sogh. Was gibt es Kula la'?"
  "Qapla'! Schlechte Neuigkeiten. Ich wurde gerade vom Versorgungslager auf Amar darüber informiert, dass eine Tarnvorrichtung fehlt." Ich erklärte ihm kurz, was ich wusste.
  "Sind Sie sicher, dass sie die Tarnvorrichtung nicht einfach verschlampt haben?"
  "Sicher? Nein. Aber dass sie sich überhaupt gemeldet haben, sagt mir, dass sie sich sicher sind, dass es in diesem Fall nicht mit rechten Dingen zugeht. Ansonsten hätten sie den Vorfall vertuscht und nicht gemeldet."
  "Was schlagen Sie vor?"
  "Zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen, die wie Routine aussehen. Wenn es die Cardassianer oder von ihnen bezahlte Mittelsmänner waren, dann werden sie versuchen, das System über die Grenze zu bringen. Die Grenze wird zwar auf beiden Seiten überwacht. Die Cardassianer haben allerdings schon oft bewiesen, dass sie das nicht davon abhält, Agenten einzuschleusen. - Also, wir instruieren die Kommandanten an der Grenze besonders aufmerksam zu sein und jedes Schiff zu scannen und zu melden, dass die Grenze passiert. In beiden Richtungen."
  "Warum in beiden Richtungen?"
  "Es ist möglich, dass die Tarnvorrichtung das Schiff wechselt. - Noch eins: Sagen Sie den Kommandanten nicht, nach was sie suchen sollen!"
  "Was? Kula la', bei allem gebührenden Respekt! Das ergibt keinen Sinn!"
  "Wenn die Kommandanten wissen, nach was sie suchen, werden sie sich so auffällig verhalten, dass die Cardassianer alarmiert werden. Vielleicht landen wir durch das Scannen einen Glückstreffer. Ich glaube aber nicht daran. Ich bin sicher, dass die Cardassianer darauf vorbereitet sind. Wir werden sie so nicht finden können."
  "Nur, wie wollen Sie das richtige Schiff dann finden?"

  "Ich will die Schiffsbewegungen an der Grenze sehen. So genau wie möglich. Vielleicht können wir daraus etwas ableiten. In der Zwischenzeit fliege ich nach Amar und versuche so viel wie möglich herauszufinden."
  "Das klingt ziemlich vage."
  "Es ist zu früh für Taktik. Wir brauchen mehr Informationen."
  "Sie scheinen sich ja sehr sicher zu sein, dass die Cardassianer dahinterstecken."
  "Oh nein, das bin ich nicht. Es gibt andere Möglichkeiten. Ich hoffe, die Angelegenheit stellt sich als Fehlalarm heraus. Aber ich rechne mit dem Schlimmsten. Qapla'!"


Dann rief ich die IKS vaQ und ließ mich zum kommandierenden Offizier, Rujel HoD, durchstellen.
  "Qapla'! Ich bin Kula la', IKS vaj, Geheimdienst."
  "Qapla'! Rujel HoD. Was gibt es Kula la'?"
  Er war zwar freundlich, aber ich hatte den Eindruck, ich konnte seinem Unterton eine Abneigung gegen meine Tätigkeit für den Geheimdienst entnehmen. "Rujel HoD, es wurde festgestellt, dass bei der Entnahme der neuen Tarnvorrichtung aus dem Versorgungslager Amar eine zweite entnommen wurde. Wir müssen das untersuchen. Ich..."
  "Was unterstellen Sie mir hier, la'?", grollte er.
  "Nichts. Niemand weiß, wohin die Tarnvorrichtung verschwunden ist oder durch wen beziehungsweise wie. Ich muss Ihnen nicht erklären, was es bedeuten würde, wenn das System irgendwie seinen Weg in cardassianische Hände finden würde. Gleichzeitig geht es mir nicht darum, Alarmismus zu betreiben. Aber der Fakt bleibt: Das System fehlt und wir müssen dessen Verbleib feststellen. Ich bitte Sie daher, Ihren Kurs zu ändern und in Richtung Amar zurückzufliegen."
  "Spielen Sie sich nicht so auf! Mein Schiff patrouillert in der Nähe der Grenze. Wir sind auf dem Weg nach Donatu. Amar liegt nicht auf dem Weg."
  "Wenn Sie das Flottenkommando informieren, wird es sicher Verständnis dafür aufbringen, dass Sie Ihren aktuellen Auftrag unterbrechen, um bei einer kritischen Untersuchung zu helfen."
  Er dachte nach. Es gefiel ihm offensichtlich nicht, der Empfehlung eines Geheimdienstlers mit niedrigerem Rang Folge zu leisten. "Na gut! Wir fliegen zurück! Qapla'!" Er wartete meinen Gruß nicht ab, sondern kappte sofort die Verbindung.


Während wir mit hoher Warp-Geschwindigkeit auf dem Weg nach Amar waren, erhielt ich die ersten Berichte von Schiffsbewegungen an der Grenze zur Föderation. Aufgrund der permanenten Spannungen mit der Föderation überquerten nur wenige Schiffe, meistens Händler, die Grenze. Auf beiden Seiten wurden sie streng kontrolliert. Es gab keinen organisierten Handel zwischen dem Reich und der Föderation. Einige risikobereite oder verzweifelte Händler schienen dies als ihr Geschäftsmodell etabliert zu haben. Wo aufgrund der politischen Lage nur wenig Handel stattfindet, steigen die Preise für einzelne Produkte. Risiken haben ihren Preis. Die Stärke der Klingonen war die Produktion relativ standardisierter Massenwaren, die daher im Reich günstig zu haben waren. Die Föderation war auf spezialisierte Hochtechnologie ausgerichtet. Handel zwischen beiden Staaten war daher gewinnbringend, solange man nicht zwischen die Fronten geriet. Genau diese Händler hatte ich nun im Visier. Oder genauer: Schiffe, die sich als Händler ausgaben oder solche, die von den Cardassianern bezahlt wurden, um etwas für sie zu transportieren.

Mittlerweile waren sechs jaj und drei rep vergangen, seitdem die Tarnvorrichtung verloren gegangen war. Ein Schiff konnte in dieser Zeit von Amar bis zum Vodrey-Nebel geflogen sein. Durch diesen Nebel verläuft die Grenze. Zwar wurde er genau deswegen gut überwacht. Aber für ein Rendezvous zwischen zwei Schiffen, um schnell etwas Ladung zu tauschen, war er trotzdem geeignet. Deswegen schaute ich mir die vom Geheimdienst zugestellten Berichte hinsichtlich des Nebels und dessen unmittelbarer Region genauer an. Ein Aufklärer hatte auf den Langstreckensensoren ein Schiff ausgemacht, das von Seiten der Föderation auf den Nebel zuflog. Es war von einem Föderationsschiff gestoppt worden, vermutlich einer Patrouille, hatte seinen Weg dann aber fortgesetzt. Von unserer Seite der Grenze war ein Schiff der Ferengi nahe Organia gescannt worden, dessen Frachtpapiere wurden untersucht, das Crewverzeichnis erfasst, der Flugplan, ohne Auffälligkeiten. Es flog nun auf den Nebel zu. Zwei Kandidaten, die ich im Auge behielt.


Acht rep später kamen wir beim Versorgungslager Amar an. Ich stellte sofort ein Außenteam zusammen. Mich begleiteten mein Taktischer Offizier Kovar und mein Operations Offizier Qara. Wir trafen zunächst Kurnek.
  "Qapla'! Was haben Sie zwischenzeitlich herausgefunden?"
  "Das Log des Lagers wurde manipuliert. Normalerweise wird für jedes unsere Station betreffendes Ereignis ein Logeintrag erzeugt. Dadurch können wir genau nachvollziehen, wann welches Teil kommt, wo es eingelagert wird und wann es zu welchem Zweck die Anlage wieder verlässt." Er pausierte kurz.
  Ich zog erwartungsvoll die Augenbrauen hoch und neigte meinen Kopf nach vorne.
  "Logeinträge können nachträglich nicht verändert oder gelöscht werden. Das Logsystem war zur Zeit der Entnahme für 12 tup deaktiviert", fügte er an.
  "Wie ist das möglich?"
  "Jemand hat die Ereignisverarbeitung unterbrochen. Das System war nicht ausgeschaltet oder lahmgelegt. Das wäre aufgefallen. Es war im Leerlauf."
  "Das heißt, ein das Log betreffende Ereignis trat ein, die Sensoren haben es registriert, aber das System hat es nicht verarbeitet."
  "Richtig."
  "Wissen wir mehr?"
  "Wir wissen nicht, wer das Logsystem manipuliert hat. Wir wissen ebenfalls nicht, wie die Tarnvorrichtung diese Station verlassen hat."
  "Besteht die Möglichkeit, dass die Tarnvorrichtung noch hier ist? Irgendwo versteckt?"
  "Diesen Gedanken hatte ich auch. Zwischenzeitlich haben wir alles hochaufgelöst abgescannt. Wir haben die Sensoren der Station mit Handscannern gekoppelt, um die Auflösung zu vergrößern. Wir haben nichts gefunden."
  "Wonach genau haben Sie gesucht?"
  "Nach der Tarnvorrichtung natürlich. Wonach sonst?"
  "Sie haben die Scanner also auf exakt die Parameter eingestellt, die Sie benötigt haben, eine Tarnvorrichtung zu finden?"
  "Ganz genau. Bei dieser hohen Auflösung muss die Suche präzise eingegrenzt werden. Sonst erhalten Sie viele falsch-positive Treffer."
  Ich sah kurz Qara an. Sie nickte.
  "Nach etwas anderem haben Sie mit der Methode nicht gesucht?"
  "Nein, und ich wüsste auch nicht, wonach."
  "Nach einem Cardassianer zum Beispiel."
  Kurnek sah mich an, als wäre ich völlig verrückt geworden.
  "Denken Sie mal nach: Eine verlorene Tarnvorrichtung ist für uns leicht zu ersetzen. Brisant wird ein Verlust erst dann, wenn die Möglichkeit besteht, dass sie in die falschen Hände gerät. Das Orion Syndikat, The Exchange, die Föderation, die Cardassianer." Ich warf einen Seitenblick auf Kovar und Qara. "Als Nächstes werden wir die Suche wiederholen. Mit einer noch besseren Scannerauflösung, weil wir die Scanner der Station mit denen meines Schiffs koppeln. Qara, Sie gehen dafür auf die vaj zurück. Offiziell suchen wir erneut die Tarnvorrichtung. Tatsächlich suchen wir nach nicht-klingonischen Lebensformen. Kovar, Sie leiten die Suche auf der Station."
  Beide nickten und gingen.
  "Ich nehme an, Sie haben bereits mit allen Sicherheitskräften gesprochen?"
  "Ich habe mit allen gesprochen. Sie konnten mir nichts Auffälliges berichten."
  "Ich werde noch einmal mit allen sprechen. Ich möchte, dass Sie dabei sind."


Die nächsten zwei rep vergingen mit wenig ergiebigen Gesprächen mit den sechs Sicherheitskräften. Ich ging mit ihnen die Sicherheitsprotokolle durch und war positiv davon überrascht, dass sie die wesentlichen Vorschriften  tatsächlich umsetzten. Sie konnten alle Schichtbesetzungen, alle Sicherheitsscans und alle Zugriffe auf das Lager zweifelsfrei belegen. Bis auf den, der eine zweite Tarnvorrichtung entnommen hatte.

  In diesem Moment meldete sich mein Kommunikator. Kovar rief mich: "la'! Wir haben etwas gefunden! Ich bin mit drei beq auf dem Weg zum Lager gJ4."
  "Ich komme! - Los! Bringen Sie mich hin!", erwiderte ich und instruierte Kurnek, mich zu begleiten. Etwa zehn tup liefen wir durch einen Irrgarten aus Gängen und versiegelten Lagerräumen. Dann standen wir am Eingang zum Lager gJ4. Kovar kam uns entgegen.
  "la', wir haben sie gefunden! Eine Cardassianerin, die äußerlich wie eine Klingonin aussieht! Sie trug Geräte zur Sensortäuschung bei sich. Nur durch den hochaufgelösten Tiefenscan konnten wir sie entdecken. Und selbst da sah sie lediglich wie eine Anomalie aus."
  "Wer ist es?", fragte Kurnek dazwischen.
  "Ihr klingonischer Name war Kela."
  Ich horchte auf. "War? Sie ist tot?"
  "Ja, leider. Als ihr klar wurde, dass wir sie enttarnt hatten, zerbiss sie eine Giftkapsel. Sie starb innerhalb weniger lup."
  "Qu'vatlh! Typisch cardassianisch!" Ich sah Kurnek an, der betreten dreinblickte. Fassungslos. Überwältigt. Ich gab ihm einen Moment, um diese Enthüllung einsickern zu lassen, dann: "Wie lange war Kela auf dieser Station tätig?"
  Er zögerte kurz und antwortete dann schleppend und leise: "Über zwei DIS." Er ließ den Kopf hängen.
  "Ich bin auch schon von cardassianischen Agenten getäuscht worden. Ich kenne das Gefühl. - Alles, was jetzt zählt ist dies: Wir haben endlich eine Spur!" Ich schlug mit der rechten Faust in die Handfläche meiner Linken und dachte *Außerdem haben wir einen erhärteten Verdacht. Es wäre zwar ein Fehler zu glauben, dass es garantiert die Cardassianer waren, aber aktuell deuten die Indizien darauf hin.* Ich sagte laut: "Daraus müssen wir jetzt das Beste machen! Kovar, übergeben Sie die Leiche zur Untersuchung an Qara, ebenso wie die Geräte, die sie bei sich trug. Stellen Sie dann Kelas Quartier auf den Kopf. Durchsuchen Sie ihre Habseligkeiten, ihre Logs, alles! Nehmen Sie alles verfügbare Personal zur Hilfe, wenn es sinnvoll erscheint."
  Kovar nickte und ging zurück in den Lagerraum.


Die Durchsuchung von Kelas persönlichen Dingen ergab keine neuen Erkenntnisse. Die Geräte zur Sensordämpfung hatte sie überladen, so dass wir ihre Funktionsweise nicht feststellen konnten. Die Untersuchung ihrer Leiche ergab ebenfalls keine Erkenntnisse. Ich wurde zunehmend unruhig. Wir konnten nicht ewig hierbleiben und ermitteln. Die Tarnvorrichtung war nicht mehr hier, sondern irgendwo da draußen. Das nächste Untersuchungsobjekt war die IKS vaQ. Sie hatte mittlerweile Amar fast erreicht. Wir würden nur vier rep bis zum Rendezvous brauchen.

Ich traf Kurnek vor unserem Aufbruch noch einmal.
  "Ich werde mich jetzt auf die Jagd begeben. Haben Sie noch anderes Sicherheitspersonal hier, als die sechs, die ich gesehen habe?"
  "Nein, warum?"
  "Die sechs nehme ich mit."
  "Was? - Das ist mein ganzes Sicherheitspersonal!"
  Ich erhob mich und stützte meine Fäuste auf den Tisch. "Dann fordern Sie neues an! Ich brauche die Leute für die Jagd nach *ihrer verlorenen Tarnvorrichtung* und ich werde sie mitnehmen!" Ich hätte natürlich auch Rujel HoD von der IKS vaQ nach Soldaten fragen können. Aber bei ihm war ich nicht sicher, ob ich mich durchsetzen konnte. Hier schon. So wurden aus meinen zehn Männern und Frauen 16.


Wir trafen die IKS vaQ nahe Amar. Ich beamte mit Kovar und Qara hinüber. Rujel HoD saß mit seinem ersten Offizier, seinem taktischen Offizier und seinem Operations-Offizier in seinem Bereitschaftsraum. Er stellte sie kurz als Qelmon la', Tala Sogh und Suvay Sogh vor.
  Ich stellte meine Offiziere vor, dann: "Wir haben im Versorgungslager Amar eine cardassianische Agentin entdeckt, die dort zwei DIS tätig war."
  "Wie konnte eine Cardassianerin so lange unbemerkt auf einer klingonischen Station arbeiten?", unterbrach er mich.
  Ich nickte Qara zu.
  "Die Cardassianer hatten sie gut auf ihre Mission vorbereitet. Unter anderem mit einer weitreichenden Operation zur völligen Veränderung ihres Aussehens. Auch ihr Verhalten war unauffällig. Sie hatte diverse Geräte zur Täuschung von Sensoren dabei und eine lückenlose klingonische Identität. Aber ihre DNA ist eindeutig cardassianisch."
  "Sie ist tot und Sie haben sie untersucht, Qara Sogh?"
  Sie nickte.
  "Ich möchte die Untersuchungsergebnisse sehen."
  "Da Sie an der Untersuchung beteiligt sind, selbstverständlich", sagte ich und nickte. "Die Anwesenheit dieser cardassianischen Agentin auf Amar ist kein Beweis, dass sie für das Verschwinden der Tarnvorrichtung verantwortlich ist, aber ein starkes Indiz. Die vaQ ist das letzte Schiff, das bei Amar angedockt hat."
  "Sie glauben also, dass die gestohlene Tarnvorrichtung auf mein Schiff gebracht wurde?" Er sah mich herausfordernd an.
  "Ich weiß es nicht. Es ist eine Möglichkeit und die einzige Spur, die wir haben."
  Er schwieg einen Moment und schien meine Worte abzuwägen, dann: "Was schlagen Sie vor?"
  Er scheint sich für Kooperation entschieden zu haben. "Ich nehme an, dass Sie ihr Schiff bereits vollständig durchsucht und nichts gefunden haben?"
  "Ganz genau!"
  "Würden Sie uns die Sensoraufzeichnungen zur Verfügung stellen? Es geht mir nicht darum, Ihre Interpretation zu hinterfragen, sondern festzustellen, ob die Art des Scans dafür ausreicht, Cardassianer mit Sensorstörgeräten zu finden."
  Er nickte. "Sonst noch etwas?"
  "Waren Sie in der Zwischenzeit in der Nähe eines anderen Schiffes?"
  Er kniff die Augen zusammen.
  "Ich meine nahe genug für einen maskierten Transportereinsatz."
  "Einen nicht autorisierten Transport hätten wir bemerkt!"
  "Das ist auch meine Grundannahme. Aber bisher dachte ich auch unsere Sensoren könnten Cardassianer orten. Das können sie aber nur bei einem Tiefenscan mit gekoppelten Sensoren und selbst dann ist nur eine Anomalie erkennbar. - Mit anderen Worten: Wenn Sie ein anderes Schiff passiert haben, würde ich einen Transport nicht von vornherein ausschließen, sondern diese Möglichkeit untersuchen."
  Er schnaubte. "Ihre Art zu denken ist nicht klingonisch! Sie denken wie ein verdammter Cardassianer!", rief er laut. Seine Empörung war nicht zu überhören.
  "Diese Denkweise war mir vor wenigen DIS noch völlig fremd. Ich musste sie mir aneignen, um das Reich wirksam gegen deren Agenten verteidigen zu können! Ich betrachte sie als Rüstung gegen einen unehrenhaften Feind!" Ohne dass ich es bemerkt hatte, war ich immer lauter geworden, bis ich selbst Ruflautstärke erreicht hatte.
  Alle hielten den Atem an. Rujel schwieg und sah mich unbewegt an. Nach einem Moment setzte er sich in seinem Stuhl zurück. Seine Gesichtszüge entspannten sich. Dann grinste er. "Ich sehe, Sie sind trotzdem ein Klingone geblieben!" Dann nickte er. "Lassen Sie es uns angehen! Qapla'!"

Qara stellte fest, dass der Scan der vaQ nicht ausgereicht haben konnte, einen maskierten Cardassianer zu entdecken. Also wiederholten wir ihn. Wir koppelten dafür die Sensorik beider Schiffe mit den Handscannern der suchenden Crewmitglieder.

Parallel dazu sahen Rujel und ich uns die Logs an und stellten fest, dass tatsächlich ein einziges Schiff so nahe gekommen war, dass ein Transport möglich gewesen wäre. Das war nahe Ufandi, nach drei jaj und vier rep Flugzeit von Amar entfernt. Der erste Flug unter Warp, nachdem die vaQ Amar verlassen hatte. Das war nun fast genau vier jaj her. Diesen Fund kreuzverknüpfte ich mit den Berichten von der Grenze, die ich von klingonischen Patrouillenschiffen erhalten hatte. Es handelte sich um das Schiff der Ferengi, das nahe der Grenze ohne Befund untersucht worden war. Eins der beiden Schiffe, die ich im Auge behalten wollte. - Wir wiesen die Suchmannschaft an, auch nach Transportersignaturen zu scannen. Nach so langer Zeit war es allerdings nicht sehr wahrscheinlich, noch Spuren eines maskierten Transports zu finden. Aber es war einen Versuch wert.

Ich beteiligte mich selbst an der Suche an Bord der vaQ. Ich hatte überlegt, auf mein Schiff zurückzukehren und nach neuen Berichten von den Grenzpatrouillen zu schauen, wo sich die mir aufgefallenen Schiffe nun befanden. Aber in den Tiefen des Raums konnten sie nicht einfach verschwinden. Es war besser, die Suche so schnell wie möglich voranzutreiben und ich war qualifiziert, dazu beizutragen. Rujel HoD blieb auf der Brücke und beobachtete und koordinierte die Schiffsdurchsuchung.


Plötzlich wurde ich von den Füßen gerissen und gegen ein Schott geschleudert, so sehr wurde das Schiff erschüttert. Gleichzeitig hörte ich den dumpfen Knall einer Explosion. Nur eine lup später ging der Alarm los. Ich rappelte mich auf und wollte gerade zur Brücke des Schiffs aufbrechen, als sich Rujel HoD über das Lautsprechersystem meldete: "Die Erschütterung wurde von einer Explosion im Hauptladeraum verursacht! Die Außenhülle wurde schwer beschädigt und die ganze Sektion hat einen leichten Druckverlust erlitten, bevor das Loch mit einem Kraftfeld versiegelt werden konnte. Alle Offiziere auf die Brücke! Alle Mannschaften in Bereitschaft!"

  Als ich mit den anderen Offizieren die Brücke betrat, sah Rujel mich finster an. Er kochte. Nachdem für ein paar lup niemand mehr hinzukam, polterte er los: "Was zum Henker ist hier los? Es war nichts im Laderaum verzeichnet, was so eine große Explosion hätte verursachen können! Warum haben wir nichts bemerkt, bevor es zu spät war? Qu'vatlh!"
  Ich meldete mich zu Wort. "Für definitive Aussagen ist es zu früh. Wir müssen die Explosion und die Trümmer untersuchen. Aufgrund des zu der Zeit laufenden Tiefenscans sollten wir eine hochwertige Aufzeichnung davon haben."
  "Ich habe dieses ständige Untersuchen satt! Ich will Antworten! Keine weiteren Fragen! Qu'vatlh!"
  "Ich wünsche mir auch Antworten. Die können wir allerdings nur finden, wenn wir nach ihnen suchen. - Ich finde den Zeitpunkt der Explosion jedenfalls bemerkenswert."
  "Warum?"
  "Wir waren kurz davor, den Hauptladeraum dem Tiefenscan zu unterziehen. Was auch immer wir dort hätten finden können, wurde zerstört. Wir werden uns mit der Untersuchung der Explosion und der Trümmer begnügen müssen."
  Rujel war noch immer geladen und er brütete eine Weile vor sich hin, dann: "Einverstanden. Finden wir heraus, wie das passieren konnte."


Die Explosion war leicht zu erklären. Die Sensoraufzeichnung zeigte alle typischen Charakteristiken der Explosion eines klingonischen Photonentorpedos. Im Waffenlager fanden wir die versteckten Teile eines zerlegten Torpedos. Der Sprengkopf mit dem Zündungsmechanismus fehlte. Das warf weitere Fragen auf. Wie konnte jemand einen Sprengkopf innerhalb des Schiffes unbemerkt aus dem Waffenlager entnehmen? Wie konnte dieser dann ebenfalls unbemerkt in den Hauptladeraum gebracht und dort zur Explosion gebracht werden? Photonentorpedos werden normalerweise nur durch einen Abfeuerungsmechanismus scharf, erst dann, wenn sie die Abschussrampe verlassen haben. Der Sprengkopf lässt sich nicht einfach so zünden. Ansonsten könnte ein Kriegsschiff durch seine eigenen gelagerten Torpedos zerstört werden.

Wir überprüften die Besatzung und fanden heraus, dass ein Klingone fehlte. Qevor lagh war ein Waffenoffizier mit Zugang zu den Photonentorpedos. Er war bereits ein DIS und sieben jar in dieser Funktion an Bord gewesen. Mehrere von der Besatzung schworen, sie hätten mit ihm an diesem Morgen noch zusammen gefrühstückt und er wäre wie immer gewesen. Dass er vor sieben rep noch da war und nun verschwunden war, war kein Beweis, wenn auch ein starkes Indiz. Wir konnten keine persönlichen Gegenstände von ihm finden. Scheinbar hatte er alles in der Explosion zerstört. War auch er in Wahrheit ein cardassianischer Agent?

Wir führten den Tiefenscan ergebnislos zu Ende und konzentrierten uns dann auf die Trümmer und das Transportersystem. In den Trümmern etwas Nützliches zu finden schien aussichtslos. Ein Hochenergieereignis wie eine Materie-Antimaterie-Reaktion hinterlässt sehr wenige auswertbare Muster. Beim Transportersystem konnten wir mit ziemlicher Sicherheit feststellen, dass es zur fraglichen Zeit, als das Schiff der Ferengi in der Nähe war, nicht verwendet wurde. Es gab keinerlei Anzeichen dafür: keine Anomalien im Log, keine Energierückstände an den Transporterspulen, und keine Hinweise auf Manipulation des Systems.

Zum Abschluss der Untersuchung auf der vaQ traf ich noch einmal Rujel HoD.
  "Wir haben nichts gefunden. Wir haben einen zerstörten Laderaum, ein Loch in der Hülle und ein verschwundenes Besatzungsmitglied, sonst nichts. Das ist ziemlich wenig, oder?", sinnierte er.
  "In der Tat. Allerdings hat sich hier die Kette von Ereignissen fortgesetzt. Mit dem Tiefenscan waren wir auf einer Spur. Die Explosion und der Zeitpunkt waren kein Zufall. Wir können es nicht beweisen, aber die Indizien sprechen für cardassianische Beteiligung. Nun ist die einzige verbleibende Spur das Schiff der Ferengi. Dieser Spur werden wir nun folgen."
  "Ich würde Sie ja begleiten. Aber wir müssen erst einmal unseren Rumpf reparieren. Qapla'!"
  "Qapla'!"


Ich kehrte auf die vaj zurück und befahl Kurs auf den Vodrey-Nebel zu setzen. Dieses Mal flogen wir nicht Höchstgeschwindigkeit. Wir flogen getarnt. Die beiden verdächtigen Schiffe konnten uns trotzdem nicht entkommen. Transportschiffe sind langsamer als Kriegsschiffe.

Ich begab mich in meinen Bereitschaftsraum und sah mir die Berichte an, die zwischenzeitlich eingegangen waren. Es gab wenig Neues. Das Schiff auf den Langstreckensensoren hatte den Nebel fast erreicht. Das Schiff der Ferengi war vor einer rep im Nebel verschwunden. Es war beunruhigend es erst einmal nicht mehr beobachten zu können. Aber ich wusste, es konnte den Nebel nicht unbemerkt verlassen. Bei seinem aktuellen Kurs musste es im Nebel die Grenze zur Föderation überqueren. Selbst mit hoher Warp-Geschwindigkeit konnten wir die Ferengi vorher nicht erreichen. Und ich war mir meiner Sache nicht sicher genug, um ein anderes Schiff zu bitten, sie zu stoppen. Das würde auffallen und die Cardassianer weiter alarmieren. Wenn ich an die Geschehnisse auf der vaQ dachte, hatten sie ohnehin schon Lunte gerochen und entsprechend gehandelt. Es war nun Zeit mit mehr Bedacht vorzugehen.

Drei jaj und 14 rep später hatten die Ferengi den Nebel auf Seiten der Föderation bereits verlassen. Sie waren gerade von einem Föderationsschiff gestoppt und einer Untersuchung unterzogen worden. Ich war mir sicher, dass sie nichts fanden. Selbst wenn die Tarnvorrichtung an Bord war. - Das Schiff, das aus Richtung Föderation kam, hatte sich als ein Frachter der Tzenkethi herausgestellt. Das Schiff war durch den Nebel geflogen und wurde auf unserer Seite gestoppt und gescannt. Keine Auffälligkeiten. Es flog danach weiter ins Reichsterritorium hinein. Das wirkte für diesen Fall unauffällig. Aber natürlich war es möglich, dass das Schiff für die Cardassianer etwas zu uns transportierte. Das war jetzt allerdings nicht meine Priorität.

Ich hatte vor mir die Ferengi vorzuknöpfen. Dass sie im Föderationsraum waren, war unbequem. Das musste eine schnelle Operation werden. Am liebsten hätte ich das Schiff einfach zerstört. Aber auf gut Glück ein Schiff zu zerstören und zu hoffen, dass es das richtige war, kam für mich nicht infrage. Wir mussten das Schiff entern und einem Tiefenscan unterziehen. Nur so konnte ich sicher sein.

Um die Ferengi weiter auf den Sensoren sehen zu können, umflogen wir den Nebel. Sie hatten ihren Kurs geändert und flogen nun anstatt Richtung 9 Uhr nun etwa in Richtung 11 Uhr. Sie passierten Hatarian und waren auf einem Weg, der sie nahe an Sternbasis 212 vorbeiführen würde. Wir überquerten schließlich die Grenze zur Föderation. Bei aktuellem Kurs und Geschwindigkeitsunterschied konnten wir sie zwischen Hatarian und der Sternbasis erreichen. Wenn dann keine Patrouille in unmittelbarer Nähe war, konnten wir angreifen. Wir brauchten nur genug Zeit für eine gründliche Untersuchung und konnten uns dann wieder tarnen.

Ein jaj und elf rep später war es soweit.

  "la', wir haben das Schiff fast eingeholt!", rief Qara.
  "Auf den Schirm!" Wir sahen ein für die Ferengi typisches Schiff, noch weit entfernt, aber langsam näherkommend. Ein kleiner Frachter. Deutlich größer als mein Schiff, aber nur schwach bewaffnet. "Gefechtsstationen!" Der Alarm ertönte und alle Krieger machten sich bereit.
  Mein erster Offizier, Torek, wandte sich mir zu: "Wie gehen wir vor, la'?"
  "Wir enttarnen uns in nächster Nähe, verhindern mit einem Breitbandstörsender, dass sie einen Notruf absetzen können und feuern unsere Photonentorpedos ab. Wenn sie unter Warp fallen, erfassen wir sie mit einem Traktorstrahl und entern." Lauter ergänzte ich: "Entermannschaft bereitmachen! Versucht ein paar Gegner lebend gefangenzunehmen! Besonders wenn es sich um Cardassianer handelt! Ich komme dann mit an Bord!"
  Torek sah mich fragend an. Ich erwiderte seinen Blick, sagte aber kein Wort. Er verstand und nickte.

Die lup krochen dahin.

  "Hundert qelI'qamDu'", ertönte Qaras Stimme.
  "Wir warten bis wir auf einen qelI'qam aufgeschlossen haben!"
  "Fünfzig qelI'qamDu'."
  "Steuer! Jetzt langsamer werden!"
  "Aye!", antwortete Morak lagh, mein Navigationsoffizier.
  "Dreißig qelI'qamDu'", "Zwanzig", "Zehn", "Fünf qelI'qamDu'", "Drei", "Zwei", "Ein qelI'qam!"
  "Enttarnen, Störsender und feuern!", brüllte ich und sprang dabei unwillkürlich auf. Fünf lup später trafen drei Photonentorpedos die Antriebssektion und das Schiff fiel unter Warp. "Traktorstrahl!", brüllte ich und es geschah. Wir hatten das Schiff festgesetzt.


Ich hatte eine Crew von fünfzehn auf diese Mission mitgenommen, davon waren der erste Offizier, Steuer und Operations auf der Brücke gebunden und einer im Maschinenraum. Ich hatte also elf Krieger für die Enterung zur Verfügung. "Operations! Beamen zum Entern! Ich gehe mit!"

Ich materialisierte auf der Brücke. Die Ferengi riefen aufgeregt durcheinander, aber irgendwie gelang es ihnen trotzdem mit Phasern das Feuer auf uns zu eröffnen. Ich nahm meinen Disruptor in die rechte und mein d'k tahg in die linke Hand. Genau wie meine Krieger stürzte ich mich in den Kampf. Ein Ferengi richtete seinen Phaser auf meine Körpermitte. Ich drehte mich nach links, hob den Disruptor und zielte. In diesem Moment streifte der Energiestrahl meinen Brustpanzer, sodass die Funken flogen. Der Ferengi riss die Augen auf. Ich feuerte und traf. Eine lup später ergab sich der letzte Ferengi der ursprünglich vierköpfigen Brückenbesatzung. Die Brücke gehörte uns. Wenig später meldeten sich die anderen zwei Teams aus Maschinen- und Laderaum. Das Schiff war unser. Sechs von acht Ferengi waren tot. Wir hatten zwei Krieger verloren. Auf der Brücke scharten wir uns um den einen Gefallenen. Wie auf Kommando begannen wir zu brüllen, um des Toten Ehre zu bezeugen und deutlich zu machen, dass seine Taten nicht vergessen würden. Sein Platz in Sto'Vo'Kor war ihm sicher.

Meine Leute begannen die Schiffsdurchsuchung, während ich die Ferengi befragte. Es stellte sich heraus, dass ausgerechnet der Captain überlebt hatte. Die Mischung aus Winselei und den mehr oder weniger verdeckten Androhungen von Konsequenzen des Ferengi war erbärmlich. Ich brachte ihn zum Schweigen, indem ich mein d'k tahg in den Tisch rammte. "Captain Goss, ich habe Sie und Ihr Schiff in meiner Gewalt und Sie sind mir vollständig ausgeliefert. Ja, früher oder später wird ein Föderationsschiff kommen. Aber bis dahin sind wir hier längst fertig." Ich sah ihn bohrend an. "Was haben Sie zuletzt transportiert?"
  Er zögerte kurz. "Wir wurden auf Ihrer Seite der Grenze gestoppt und untersucht. Sie finden alles in den Frachtpapieren." Er schüttelte mit dem Kopf.
  "Die kenne ich. Mich interessiert vor allem das, was nicht in den Frachtpapieren steht." Ich zog meine Augenbrauen hoch.
  "Alles, was ich an Bord habe ist in den Frachtpapieren verzeichnet!", sagte er nachdrücklich.
  "Wir werden sehen." Ich hatte das ungute Gefühl, dass er recht hatte.


Zwei rep später waren Durchsuchung und Tiefenscan abgeschlossen. Sämtliche Fracht, die wir gefunden hatten, war im Frachtverzeichnis aufgelistet. Ich ordnete eine weitere Durchsuchung an und begleitete diese persönlich. Da ich jeden Schritt begleitete, dauerte es dieses Mal vier rep. Wir kamen zum gleichen Ergebnis.

Ich konnte mir das nicht erklären. Dieses Schiff war das Ende einer Spur. *Wir hätten etwas finden müssen! Die Tarnvorrichtung hätte an Bord sein müssen. Oder...* Ich dachte fieberhaft nach. Dass wir hier keine Hinweise auf die vermisste Tarnvorrichtung finden konnten, bewies nicht, dass sie nie an Bord gewesen war. Nur, wo war sie dann jetzt? Wir hatten keine Hinweise darauf gefunden, dass sie je an Bord war. Das bedeutete auch, dass unklar war, was ich mit dem festgesetzten Schiff und den beiden Ferengi tun sollte, konnte oder musste.

Ich rief meine vier Offiziere, Torek, Qara, Kovar und Morak, zu einer Lagebesprechung zusammen. "Wie Sie wissen, haben wir hier nichts gefunden. Die Spur, die wir verfolgt haben, endet hier, ohne Ergebnis. Zwei Fragen liegen auf der Hand: Was machen wir mit dem aufgebrachten Schiff? Was machen wir mit den beiden Ferengi? Ihre Einschätzung."
  Meine Offiziere wechselten Blicke. Das allgemeine Zögern war greifbar.
  "Wir sind in einer schwierigen Lage", begann Torek. "Wir haben ein Schiff der Ferengi im Raum der Föderation angegriffen und festgesetzt." Er wog den Kopf hin und her. "Wir haben keine Beweise, dass die Ferengi mit der gesuchten Tarnvorrichtung etwas zu tun haben. Genau genommen müssten wir sie gehen lassen. Aber das wäre problematisch."
  "Wir können sie nicht gehen lassen!", warf Kovar ein und erntete dafür einen Seitenblick von Torek. "Bei allem Respekt", fügte er an. Dann: "Ich glaube diesen schleimigen Kreaturen kein Wort! Die Spur der Tarnvorrichtung führt zu diesem Schiff. Das heißt: Sie sind sie mittlerweile wieder losgeworden."
  "Aber das können wir nicht beweisen!", rief Morak dazwischen.
  "Das ist ein Schiff des Geheimdienstes! Wir müssen niemandem etwas beweisen! Wir können die Ferengi auf ihr Schiff bringen und dann den Warpkern überladen. Problem gelöst", entgegnete Kovar kalt.
  Morak und Qara sahen ihn missbilligend an.
  "Glaubt ihr, mir gefällt das?", polterte er los. "Ich bin nicht zum Militär gegangen, um meine Ehre mit Füßen zu treten! Aber!" Er lehnte sich vor und wurde leiser. "Ich weiß einfach, dass diese Ferengi lügen. Sie sind ohne Ehre. Also können wir sie auch entsprechend behandeln."
  Qara atmete hörbar aus.
  "Qara, sprechen Sie!", forderte ich sie auf.
  Sie zögerte, dann: "Ich bin auch nicht zum Militär gegangen, um meine Ehre mit Füßen zu treten. Ich teile Ihre Abneigung gegen die Ferengi, Kovar. Aber wir haben rein gar nichts gegen sie in der Hand. Wir haben bereits sechs von ihnen getötet, nach der aktuellen Faktenlage, grundlos. Das ist nicht ehrenhaft!" Sie wurde mit jedem Wort lauter. "Unschuldige Gefangene hinzurichten ist die Tat eines Feiglings!", rief sie empört.
  Morak nickte. Kovar blitzte sie an. Er grollte etwas unverständliches und einen Moment lang sah es so aus, als würde er ihr gleich an die Gurgel gehen. Qara verschränkte die Arme und hielt seinem Blick stand. Torek hielt einen neutralen Gesichtsausdruck.
  Mir wurde klar, dass meine Offiziere sich positioniert hatten. Mehr konnte ich nicht von ihnen erwarten. Nun war es an mir, Entscheidungen zu treffen. Ich sah jeden von ihnen nacheinander direkt an. "Wir werden das Schiff zerstören. Torek, Sie kümmern sich darum, den Warpkern zur Überladung zu bringen. Die beiden Ferengi halten wir weiterhin fest. Kovar, Sie sind für die Gefangenen verantwortlich. Wegtreten."

Alle gingen, außer Torek.
  "Was gibt es?"
  "Was haben Sie vor? Wir können die Ferengi nicht ewig festhalten."
  "Mir fallen folgende Möglichkeiten ein: Wenn sich herausstellt, dass ich recht hatte, und die Tarnvorrichtung auf diesem Schiff war, dann können wir sie vor Gericht stellen. Die Indizien sprechen noch immer dafür. Wir haben keine andere Spur als diese. - Wenn ich mich irre, dann werden sie freigelassen und meine Karriere ist zu Ende."
  "Aber wir haben aktuell nichts, was Ihre These stützt!" Er schüttelte den Kopf und zuckte dann mit den Schultern.
  "Wir haben die Verkettung von Umständen. Amar, vaQ, das Schiff der Ferengi. Es ist das einzige Schiff, das die Tarnvorrichtung transportiert haben kann. Wir haben nach anderen Möglichkeiten gesucht und haben keine gefunden."
  "Vielleicht haben wir etwas übersehen."
  "Diese Möglichkeit existiert immer. Wir können aber nur anhand dessen handeln, was wir wissen. Für mich sind diese Ferengi noch immer Verdächtige und deswegen kann und werde ich sie festhalten. Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen."
  "Was ist unser nächster Schritt?"
  "Wir fliegen zum Vodrey-Nebel zurück und ich schaue mir erneut Patrouillenberichte an."
  Er nickte und ging.


Eine halbe rep später waren wir getarnt auf dem Rückweg. Wir hatten ein schönes Feuerwerk hinterlassen. Auf den Sensoren konnten wir erkennen, dass sich ein Schiff der Föderation näherte. Sie hatten wohl die Explosion bemerkt. Mehr als Trümmer würden sie nicht finden.

Mir lagen die Konsequenzen meiner Entscheidungen schwer im Magen. Meinen Angriffsbefehl konnte ich nicht zurücknehmen. Die Entscheidung, das Schiff mit sechs toten Ferengi und zwei toten Klingonen an Bord zu zerstören, ebensowenig. Die Leichen hätten wir mitnehmen können. Das Schiff nicht. Es gab kein Zurück. Nur vorwärts, bis zur Auflösung. Oder bis ich zugeben musste, dass ich einen Fehler gemacht hatte und dafür die Verantwortung übernehmen musste. - Ich schüttelte den Kopf und stieß ein irritiertes Brummen aus. Ich konnte an den Umständen nichts ändern. Es war höchste Zeit, sich wieder diesem Rätsel zu widmen, anstatt über eine ungeschriebene Zukunft nachzugrübeln.

Ich nahm mir die früheren Patrouillenberichte und Sensoraufzeichnungen noch einmal vor. Ich überprüfte, ob ich in den letzten beiden Hogh etwas übersehen hatte. Ich konnte nichts finden. Kein anderes Schiff hatte in dieser Zeit den Nebel durchquert. Ich überprüfte auch die Logs von Amar und der vaQ noch einmal. Es gab kein anderes Schiff, das in der Nähe gewesen wäre. Außer es hatte selbst eine Tarnvorrichtung. Ich bekam einen Schreck! Romulaner? An die hatte ich bisher noch nicht gedacht. Die hätten allerdings auch nichts davon, eine klingonische Tarnvorrichtung zu stehlen. Nein, das ergab wenig Sinn. Das Gleiche galt für die unwahrscheinliche Möglichkeit klingonischer Verräter. Nein, ich war nicht nur der heißesten, sondern der einzigen Spur gefolgt. Ich konnte alle vorliegenden Fakten und Indizien durchgehen und klar erkennen, warum ich so vorgegangen war.

Für einen Moment überlegte ich, dem Frachter der Tzenkethi zu folgen oder das Oberkommando darum zu bitten das Schiff aufzubringen. Aber das wäre nur aus Verzweiflung gewesen. Ich war nicht davon überzeugt, dass die Tarnvorrichtung auf diesem Schiff war. Es entfernte sich immer weiter von cardassianischem Raum und flog immer tiefer in klingonischen Raum ein.

Ich bemerkte meine Müdigkeit. Vier rep hatte ich nun damit verbracht, alles noch einmal durchzugehen. Ich war nun fast einen ganzen jaj auf den Beinen. Es war Zeit schlafen zu gehen. Ich konnte mich später nicht mehr daran erinnern, wie ich mich hingelegt hatte, so schnell musste ich eingeschlafen sein. - Ich hatte wirre Träume. Ferengi, die mir sehr persönlich meine Schuld vorwarfen. Ein klingonisches Kriegsgericht, das mir meine unverantwortlichen Entscheidungen vorwarf und mich schließlich schuldig sprach. Cardassianische Fratzen, die sich über meine Dummheit lustig machten. "Schaut euch diesen klingonischen Dickschädel an! So viel Schädel und so wenig Verstand!" Dann wurden meine Träume abstrakter und mich beschlich das Gefühl etwas verpasst zu haben. Ich suchte im Traum nach etwas. Ich wusste aber nicht, wonach. Ich fühlte mich von diesem Gefühl getrieben. Es war eine nagende Unruhe. Immer wieder drehte ich mich um, weil ich das Gefühl hatte, es wäre etwas Verborgenes hinter mir. Aber da war nichts, so oft ich mich auch umsah.

Ich erwachte mit einem Gefühl bleierner Schwere. Mühsam stand ich auf. Ein Teil von mir hätte sich am liebsten gleich wieder hingelegt. Aber das passte nicht zu mir. Ich trank etwas und begann meine Mok'bara. Ich überließ mein Selbst den fließenden Bewegungen, die ich schon tausende von Malen ausgeführt hatte. Ich dachte nicht darüber nach, was ich tat. Ich tat es und es entfaltete die gewohnte Wirkung. Es machte mich wacher und setzte meinen Verstand in Bewegung. Unwillkürlich drängten sich mir Bilder und Eindrücke der Träume der letzten Nacht auf. Ich nahm sie zur Kenntnis, aber ließ sie ziehen. Nur ein Gefühl blieb, auch nachdem ich meine Übungen beendet hatte: Ich hatte etwas verpasst! Ich musste etwas übersehen haben!

Trotz des Drangs erneut zu recherchieren nahm ich mir Zeit für ein gutes Frühstück. Es tat gut mich zu stärken. Mit versorgtem Körper und geordneten Gedanken setzte ich mich erneut an meinen Computer. Ich schaute mir aktuelle Patrouillenberichte an und verglich sie mit älteren Berichten. Bisher hatte ich mir vor allem jene Berichte angeschaut, die nach dem Zwischenfall im Versorgungslager Amar entstanden waren. Ich hatte mich noch nicht damit beschäftigt, was davor in der Region geschehen war. Ich dachte, das wäre nicht von Belang. Aber nun hatte ich keine andere Idee, als meinen Suchhorizont zu erweitern. Aufgrund der Spannungen zwischen Reich und Föderation überquerten nicht täglich Schiffe die Grenze. Ich ging also jaj für jaj zurück. Das letzte Schiff vor den Ferengi hatte fünf jaj vor dem Zwischenfall bei Amar die Grenze überquert und war den Nebel durchflogen. Es war gescannt worden. Ein Schiff der Yridianer. Keine Auffälligkeiten. Ich verfolgte die Route des Schiffes weiter. Es war nach Maranga, Alhena und Boreth geflogen und war nun auf dem Rückweg, der scheinbar erneut durch den Nebel führte.

Ich überlegte, das Oberkommando darum zu bitten, das Schiff der Yridianer sobald wie möglich kontrollieren zu lassen, ließ dann aber davon ab. Von irgendeiner Patrouille würde es gescannt werden, bevor es den Nebel erreichte. Da sie so weit geflogen waren, brauchten sie noch sechs jaj. Ich schaute noch weitere Aufzeichnungen an. Es gab in der Vergangenheit natürlich noch weitere Schiffe, die die Grenze in der Region überquert hatten. Aber sie hatten alle einen anderen Weg zurück genommen.

Da kam mir eine Idee. Was, wenn ein früheres Schiff ein Shuttle im Nebel zurückgelassen hatte. Ein kleines Schiff mit nur einem Besatzungsmitglied konnte sich bis zu einem jar verstecken, zum Beispiel indem es auf einem Asteroiden landete, sich dort verankerte und dann die meisten Systeme abschaltete. Es wäre sehr schwer zu entdecken. Nach einer Wartezeit könnte es eine kleine Ladung von einem anderen Schiff entgegennehmen und sich damit erneut verstecken. Von einem weiteren Schiff könnte es später wieder eingesammelt werden. - Die bisher gesammelten Beweise und Indizien ließen nicht darauf schließen. Aber es wäre eine Möglichkeit, eine Übergabe durchzuführen, ohne dass zwei Schiffe zur selben Zeit den Nebel passieren müssen.

Nun konnte ich nur noch beobachten. Wir flogen zum Nebel zurück und warteten dort ab. Ich beobachtete die Schiffsbewegungen in der Region ganz genau. Das Schiff der Yridianer näherte sich nun dem Nebel und ich sah auf den Sensoren, dass die IKS Sub, die Tapfere, auf Abfangkurs ging. Fünf tup, bevor die Sub die Yridianer erreichte, stellte ich eine Verbindung zu Kavra la' her, der Kommandantin des Schiffes.

  "Qapla'! Kavra von der Sub hier. Wer sind Sie und was gibt es?"
  "Qapla'! Kula von der vaj, Geheimdienst. la', ich habe gesehen, dass Sie in wenigen tup ein Schiff der Yridianer einer Routinekontrolle unterziehen werden. Bitte tun Sie mir einen Gefallen: Achten Sie darauf, wie viele Shuttles sich an Bord befinden und fügen Sie diese Information Ihrem Patrouillenbericht an."
  Sie zog die Augenbrauen hoch. Dann grinste sie. "Vermissen Sie ein Shuttle, Kula?"
  "Möglicherweise."
  Sie schien auf eine nähere Erläuterung zu warten. Als ihr klar wurde, dass ich ihr keine geben würde, verfinsterte sich ihr Gesichtsausdruck. "Sonst noch etwas?"
  "Nein, tun Sie bitte genau das, was Sie immer tun. Sonst nichts."
  Sie machte ein kurzes "Hmpf", dann: "Wie Sie wünschen, Kavra Ende."

Es dauerte drei rep, bis Kavra ihren Patrouillenbericht über die Untersuchung ans Oberkommando übermittelte und ich ihn erhielt. Ob sie sich mit der Verzögerung einen Spaß gemacht hatte? Wie auch immer. Ich las den Bericht. Ganz am Ende hatte sie "Das yridianische Schiff hatte keine Shuttles an Bord." angefügt. Außerdem hatte sie den Flugplan aufgeführt. Das Schiff war demnach nach Vejar unterwegs. Zwischen Boreth und Vejar lag bei einem direkten Kurs der Vodrey-Nebel. Keine Auffälligkeiten zu erkennen. - Ich sah zu, wie das Schiff im Nebel verschwand und damit von den Sensoren. Ich brachte mein Schiff auf der anderen Seite des Nebels, erneut in Föderationsraum, in Stellung und wartete.

Es dauerte ein jaj und fünf rep, bis die Yridianer den Nebel verließen. Ich konnte allerdings nicht tätig werden, denn ein Schiff der Föderation näherte sich, um den Neuankömmling einer Grenzkontrolle zu unterziehen. Weiterhin konnte ich nur zuschauen. Die Yridianer wurden gestoppt, gescannt und flogen dann weiter. Das Föderationsschiff nahm seinen alten Kurs entlang der Grenze, um den Nebel herum, wieder auf. Ich folgte den Yridianern weitere acht rep. Es war kein Schiff der Föderation in unmittelbarer Nähe. Hatarian hatten wir längst passiert. Sternbasis 212 war noch weit genug weg. Ich betrat die Brücke.

  "Qara, wie lange brauchen wir, um mit einem Scan herauszufinden, wie viele Shuttles sich an Bord des Yridianers befinden?"
  "Wir könnten so einen Scan auf den kleinen Hangar beschränken, gegebenenfalls noch den Frachtraum hinzunehmen, falls sie das Shuttle dorthin gebracht haben sollten. Insgesamt vielleicht zehn lup. Das werden sie bemerken."
  "Gefechtsstationen! Alles vorbereiten zum Enttarnen, für Störsender, Photonentorpedos, Traktorstrahl und Enterung. Auch dieses Mal werde ich wieder an Bord gehen." Letzteres brachte mir einen Seitenblick meines ersten Offiziers ein. Aber er akzeptierte meine Entscheidung.
  "Alles bereit, la'", meldete Kovar eine tup später.
  "Qara, scannen Sie das Schiff." Die lup vergingen im Schneckentempo. Meine Spannung stieg.
  "la'! Ein Shuttle an Bord, im Hangar."
  Ich sprang auf: "Angriff!" Zehn lup später hatten wir das Schiff festgesetzt und meine Krieger und ich beamten hinüber.

Meine Krieger und ich materialisierten auf der Brücke. Es war ein kurzer Kampf. Keine Verluste bei uns. Drei der vier Yridianer ergaben sich. Ich rief die anderen beiden Teams. Eins meldete Maschinenraum und Hangar mit Shuttle gesichert. Das andere Team hatte sich noch nicht gemeldet. Ich ließ mich in den Laderaum beamen. Dort wurde noch gekämpft. Ich erfuhr unmittelbar, warum: Direkt nach meiner Ankunft brannte der Strahl eines Phasendisruptors ein glühendes Loch in eine Wand zwei Meter neben mir. Cardassianer benutzen diese Art von Waffen! Ich nahm Deckung und schaute mich um. Ich konnte zwei meiner Krieger erkennen, die gefallen waren. Der Dritte des Teams hatte sich hinter einem Container versteckt. Die Cardassianer beschossen ihn aus mindestens zwei Richtungen. Ich aktivierte meinen Kommunikator: "Wir brauchen im Laderaum sofort Verstärkung!" Keine fünf lup später materialisierten drei weitere meiner Krieger. Ich gab ihnen Handzeichen, nicht direkt einzugreifen, sondern sich an einer Wand entlang auf die andere Seite des Raums zu begeben und den Cardassianern möglichst in den Rücken fallen. Sie verstanden und drückten sich an der Wand lang, in Deckung durch hohe Stapel von Containern. Ich lugte aus meiner Deckung heraus und konnte eine Person erkennen, die gerade auf den letzten Klingonen des ursprünglich dreiköpfigen Laderaumteams zielte. Ich kam ihm zuvor, indem ich mit meinem Disruptor mehrere Schüsse hintereinander abgab. Ich hatte mir nicht die Zeit zum Zielen gelassen und verfehlte, hatte aber Aufmerksamkeit erzeugt.

Es gab noch mehrere Schusswechsel. Keiner traf. Dann hörte ich Disruptorfeuer von der anderen Seite des Raums. Ich verließ meine Deckung und stürmte auf unsere Feinde zu. Der andere Krieger, den ich durch meine Ablenkung unterstützt hatte, tat es mir nach. Zehn lup später war der Kampf zu Ende. Alle drei Cardassianer waren tot. Wie üblich hatten sie ihre Ausrüstung im letzten Moment noch zerstört. Auch dieses Mal würden wir nicht herausfinden, mit was für einem Gerät sie einem Scan entgehen konnten. - Wie es Tradition und Ehre verlangten, versammelten wir uns um unsere beiden Toten und machten die Nachwelt durch Brüllen auf ihre Ehrenhaftigkeit aufmerksam.

Ich befahl Torek den Tiefenscan des Schiffs zu leiten und ging selbst ins Shuttle. Ich rief dort die Logs ab. Allerdings enthielt der Computer keine Daten darüber, dass sich das Shuttle vor kurzem noch im Vodrey-Nebel aufgehalten hatte. Ein Scan der Shuttlehülle ergab jedoch molekulare Rückstände, die eindeutig auf den Nebel schließen ließen. Auch enthielt der Computer kein Transporterprotokoll, das hätte beweisen können, dass eine Tarnvorrichtung an Bord gebeamt wurde. Die cardassianischen Agenten hatten ganze Arbeit geleistet und nichts dem Zufall überlassen.

Der Tiefenscan war jedoch ergiebig. Wir konnten die vermisste Tarnvorrichtung im Laderaum verteilt auf mehrere Container entdecken! Die Container waren gut genug abgeschirmt, so dass ein Standardscan die Teile nicht zuverlässig identifizieren konnte. Dass das System zerlegt und verteilt worden war, half ebenfalls. Diese Cardassianer wussten genau, was sie taten.

Meine Crew atmete auf. Wir hatten erfolgreich verhindert, dass die gestohlene Tarnvorrichtung ihren Weg nach Cardassia findet! Was für ein großartiger Sieg! Meinen Kriegern war nach Feiern zumute. Nach fassweise Blutwein! Ich war erleichtert, allerdings teilte ich die Feierlaune nicht. Denn es gab da ein kleines Problem: Wir konnten nicht beweisen, dass die Ferengi verwickelt waren. Captain Goss und einer seiner Besatzung saßen noch immer in der Arrestzelle der vaj. Wir konnten auch jetzt nicht zweifelsfrei beweisen, dass sie die Tarnvorrichtung von der vaQ zum im Vodrey-Nebel wartenden Shuttle transportiert hatten.

Ich ließ Captain Goss in meinen Bereitschaftsraum bringen. Er wurde mir gegenüber abgesetzt. Dann waren wir allein. Ich grinste ihn an. "Captain Goss. Ich gebe Ihnen jetzt genau eine Chance, mir alles zu sagen. Nur eine. Haben Sie das verstanden?"
  "Was soll der Quatsch? Natürlich habe ich Sie verstanden! Was faseln Sie da? Was für eine Chance?"
  "Wir haben das Shuttle mit der Tarnvorrichtung gefunden, die Sie von der vaQ in den Vodrey-Nebel transportiert und dann dort dem Shuttle der Yridianer übergeben haben.", sagte ich vergnügt. Dann wurde ich ernst. "Aber leider sind die drei Cardassianer, die das Shuttle bewacht haben, nun tot. Die feigen Hunde sind so verdammt gut darin, sich umzubringen, bevor man sie gefangennehmen und vernehmen kann." Ich beugte mich nach vorne und legte meine Hände auf den Tisch. "Sie können durch ein Geständnis unsere Lücken schließen. Dann werden sie vielleicht nicht zu lebenslang auf Rura Pente verurteilt."
  Für einen kurzen Augenblick entgleisten ihm die Gesichtszüge, aber nur minimal und er hatte sich sofort wieder im Griff. Dann: "Ich habe nie eine Ihrer Tarnvorrichtungen transportiert."
  "Was haben Sie dann von der vaQ zum Shuttle im Nebel gebracht?"
  Er dachte fieberhaft nach.
  "Kommen Sie Goss. Ich weiß, dass Sie da waren. Ich habe Ihre Spur von Anfang an verfolgt. Zwischendurch war ich mir tatsächlich nicht mehr sicher, ob ich mich nicht vielleicht doch geirrt habe. Aber jetzt liegen die Karten auf dem Tisch. Sie können nun zur vollständigen Aufklärung beitragen. Oder ich übergebe Sie mit allen Beweisen der Justiz. Ihre Wahl." Ich lehnte mich wieder zurück und verschränkte die Arme.
  "Verdammt! Ich habe etwas transportiert. Aber ich wusste nicht für wen und auch nicht was!"

Was er sagte, war genug für eine Verurteilung. Nun war auch mir zum Feiern zumute. Aber das musste noch etwas warten. Wir brachten die Tarnvorrichtung ins Versorgungslager Amar zurück und traten dann den langen Flug nach Qo'noS an. In diesem Fall musste ich sowohl zu einem persönlichen Debriefing beim Geheimdienst als auch als Zeuge bei Gericht aussagen. Dort, auf unserer Heimatwelt, würde auch unsere Siegesfeier stattfinden! Blutpastete, Targ, gagh, qiq und Blutwein schmecken dort noch immer am besten!

Rezensionen