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16 Jahre | 0

San Francisco: Mit dem Eintreffen der Voyager findet eine siebenjährige Odyssee ein glückliches Ende. Doch die Willkommensfreude währt nicht lange. Bereits nach wenigen Tagen ist Chakotays Vergangenheit das Titelthema auf allen Subraumkanälen. Anonyme Drohungen und ein Steinwurf sorgen ebenfalls für Schlagzeilen. Als die Führungsoffiziere schließlich in eine Schlägerei verwickelt werden, droht die Immunität der Maquis zu kippen. Janeway stemmt sich mit aller Kraft dagegen. Dabei muss sie sich eingestehen, dass nicht allein der Gerechtigkeitssinn sie antreibt, denn immer öfters knistert es zwischen ihr und Chakotay ...

Keine
08.06.21 | 30.06.21 | 2 | Nein | 5961 | 125


Vorwort

Eine Idee, ein Plan und warum danach alles im Eimer war ...


Wie schreibt man eigentlich einen Roman? Ähm ... ganz ehrlich? Ich habe keine Ahnung, aber wahrscheinlich anders, als dieser hier entstand - davon ist auszugehen. 

Ursprünglich war es ein kleiner Oneshot mit dem Titel Geheimmission Risa - eine winzige Idee, die ich in zwei, maximal drei Szenen ausarbeiten wollte. So weit zumindest mein genialer Plan. Wer selbst schreibt, lächelt wahrscheinlich über so viel Naivität, denn Projekte entwickeln oftmals ein unkontrollierbares Eigenleben. Leider.

Der ursprüngliche Text enthielt jede Menge Hinweise zur Vorgeschichte. Irgendwann kam mir die glorreiche Idee, die Geschichte komplett szenisch zu erzählen, statt die Informationen erzählerisch zwischen die Handlung zu pressen. Um zu sehen, ob es funktioniert, schrieb ich einige Szenen, denn - hey, was kann schon groß schiefgehen? Und zack hatte ich den Schlamassel an der Backe: Das Romanfieber war ausgebrochen. 

Von dieser Krankheit schwer gebeutelt - Inoprovalin oder ein tüchtiges MHN zwecks Heilung waren gerade nicht zur Hand - blieb mir nichts anderes übrig, als die Herausforderung anzunehmen. Kapitel um Kapitel wuchs die Geschichte nach vorn. Mehrmals dachte ich das Anfangskapitel, den Hook der Story, gefunden zu haben, doch - Pustekuchen. Immer neue Handlungsstränge tauchten vor meinem geistigen Auge auf und verlangten vehement, eingearbeitet zu werden. Somit ist dies wohl der erste Roman in der Geschichte der Schreiberlinge, der im Rückwärtsgang entstand.

Nun befinden wir uns da, wo die Serie die Fangemeinde so schnöde verlassen hat - in San Francisco. Es ist ein schöner, wenn auch etwas kühler Januartag des Jahres 2378. Die Eilnachricht, dass sich die verschollene Voyager im Anflug auf die Erde befindet, verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Journalisten aus der gesamten Föderation umlagern das Hauptquartier, begierig darauf, die sensationellsten Bilder in die Subraumkanäle zu blasen. 

Während die Sternenflotte sich bemüht, den Heimkehrern im Bankettsaal einen würdigen Empfang zu bereiten, erhält Lieutenant Paris vom Captain den Landebefehl. Eine folgenschwere Order, wie sich kurz darauf herausstellt, denn Tom setzt die nüchterne Anweisung mit dem ihm eigenen Humor um und landet das 340 Meter lange Schiff kurzerhand auf dem weitläufigen Vorplatz, unweit des Sternenflottenhauptgebäudes. Übrigens wird in keiner Quelle erwähnt, ob der Bodenbelag nach der Landung eines 700.000 Tonnen schweren Raumschiffs erneuert werden musste - ich gehe allerdings stark davon aus.

Besser hätte dieser tragische Irrflug durch die Weiten des Delta-Quadranten nicht enden können, oder? Die Crew der Voyager freut sich auf den neuen Lebensabschnitt, das Oberkommando feiert den größten Sieg seit Gründung der Sternenflotte und selbst von Captain Janeway fallen kurzfristig Sorge und Pflichterfüllung ab. Doch wer nun meint, die Reise schließe mit einem Happy End, der irrt gewaltig. Denn wie heißt es so schön? Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben. Oder um es à la Tom Paris etwas flapsiger auszudrücken: Hinten kackt die Ente. 

Schon auf dem Festbankett gibt der Kommandoratsvorsitzende Hayes bekannt, dass sich die vereinbarte Entlastung der Maquis leider verzögert - um rund sechs Wochen. So nutzen die Führungsoffiziere die erzwungene Übergangsphase, um an das alte Leben wieder anzuknüpfen, und damit beginnt für jeden eine ereignisreiche Zeit.


Das muss auch Harry feststellen, als er nach Georgetown/South Carolina fährt, um sich einige Zeit im künstlerisch verschrobenen Haushalt der Eltern verwöhnen zu lassen. Abgesehen davon, dass eine solche Situation für jeden halbwegs normalen Menschen schnell zur Feuerprobe wird, plagt Harry ein zusätzliches Problem: Er ist mal wieder unsterblich verliebt. Doch eine defekte Computerverbindung, ständig wechselnde Verwandtenbesuche und eine überfürsorgliche Mutter verhindern, dass er mit dem geliebten Geschöpf Kontakt aufnehmen kann. Erst als eine anonyme Datei auftaucht, begreift Harry, dass hier nichts zufällig passiert.

Währenddessen fällt seinem Freund Tom - dem frischgebackenen Vater und momentanen Nicht-Piloten - in San Francisco die häusliche Decke auf den Kopf. Das beschauliche Leben passt nicht zu einem anerkannten Adrenalin-Junkie, der am liebsten bei Warp-Geschwindigkeit Kamikaze ähnliche Flugmanöver vollführt. Noch mehr als die Navigationskonsole fehlen ihm die Freunde, die er bis vor einigen Wochen jeden Abend treffen konnte. Zudem reißen die Probleme nicht ab: Mit Owen liegt er seit dem ersten Wiedersehen im Clinch, die Jobsuche gestaltet sich ungewöhnlich schwierig und B´Elanna entwickelt immer neue Ideen, denen er so gar nichts abgewinnen kann. Das Schicksal nimmt endgültig seinen Lauf, als er ausgerechnet im Luna-Club nach etwas Abwechslung sucht. Das angesagte Etablissement in der Stadtmitte ist für Glücksspiel und Dabo-Mädchen bekannt; eine durchaus brisante Mischung, insbesondere wenn man dabei einer gewieften Orionerin in die Hände fällt.

Auch Janeway hat große Mühe, sich in der neuen Wirklichkeit zurechtzufinden. Die Voyager, die Crew und selbst der Erster Offizier sind weitgehend aus ihrem Leben verschwunden. Ab jetzt bestimmen Vorgesetzte den Alltag; eine völlig unbekannte Situation, war sie doch in den letzten Jahren die einzige Instanz, die die Verantwortung trug. Daher erholt sie sich nur mühsam von dem Schock, dass es tatsächlich in der Sternenflotte Entscheidungen gibt, die selbst eine Janeway (!) nicht nach eigenem Gutdünken beugen kann. Als sie wutentbrannt aus dem Hauptquartier flüchtet, um in der Natur den Kopf freizubekommen, trifft sie einen alten Freund wieder, der ihr zögernd die ganze Wahrheit der letzten sieben Jahre erzählt. Zu ihrem Entsetzen stellt sie fest, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick aussah.

Der Einzige, der im Kreise der Führungsoffiziere einer rundweg glücklichen Zukunft entgegensieht, ist anscheinend Chakotay. Gleich nach den Nachbesprechungen startet er zusammen mit Annika in ein neues Leben, so plant er es jedenfalls. Sein unerschütterlicher Optimismus erhält einen ersten Dämpfer, als er miterlebt, wie die Medien eine regelrechte Hetzkampagne auf die Maquis veranstalten. Auch Annikas Borg-Vergangenheit steht - sehr zu seinem Entsetzen - im Fokus der Öffentlichkeit. Zunächst glaubt er, dass das Oberkommando die Berichterstattung stoppen kann, doch dann kommt es zu einem tätlichen Angriff, der ein Unglück von ungeahnter Tragweite auslöst. Und zwischen all diesen Sorgen stellt er immer öfters fest, dass ihn das nächtliche Eingeständnis einer bestimmten Kommandantin nicht mehr loslässt. Ärgerlich, wenn man genaue Pläne für die Zukunft hat ...

So, jetzt kennt ihr die vier Handlungsstränge, die sich munter durch den ganzen Roman ziehen. Trotz der umfassenden Nebenhandlungen laufen alle Fäden bei Janeway und Chakotay zusammen - ihre gemeinsame Lebensgeschichte ist hier das Thema. Doch um die Situation, die die Regisseure in Endgame hinterlassen haben, glaubhaft ins Gegenteil zu verkehren, bedarf es vieler einschneidender Ereignisse. Erst nachdem die Hauptpersonen die richtigen Fragen stellen, gelingt ihnen eine andere Sichtweise der Dinge.

Um es also nochmals deutlich zu sagen: Nein, es ist keine Chakotay/Seven of Nine Love-Story. Ich knüpfe lediglich kanonisch an und werde Annika nicht gleich auf Seite drei durch Tod, Entführung oder Unlust an der Beziehung hinausbefördern. Sie gehört zum Setting, auch wenn das manche Leser nur schwer ertragen. Gebt der Sache ein wenig Zeit, dann klärt sich alles auf. Es ist eben ganz wie im echten Leben: Ist die Richtung erstmal festgelegt, marschiert man den Weg unbeirrt, frei nach dem Motto, lieber auf dem Holzweg, als gar keinen Plan. So dauert es bei Janeway und Chakotay auch einige Zeit, bis sie ihre Ziele neu überdenken.

Es wird eine Reise in die familiären Hintergründe der Figuren, in ihre Vergangenheit und Zukunft. Als Grundlage dafür dienten mir die Romane »Schicksalspfade«, sowie »Mosaik« von Jeri Taylor. Dazu gibts natürlich reichlich Action, Intrigen, Liebesdramen und Peinlichkeiten, alles garniert mit jeder Menge Wendungen.

Dann mal los: Nehmt einen Kaffee oder eine heiße Schokolade zur Hand, schnappt euch die Kuscheldecke, und schubst den Hund vom Sofa - wir tauchen ein in die Welt des vierundzwanzigsten Jahrhunderts.

Wie die meisten Geschichten beginnt auch diese hier völlig harmlos - in San Francisco, an einem Fenster in der 48. Etage der Transamerica Pyramid. Dort, in einem repräsentablen Büro der Sternenflotte, steht ein Mann in dunkler Kampfuniform und starrt in die sternenklare Nacht. Genau wie die halbe Stadt wartet auch er auf die Ankunft der Voyager, doch er verspürt weder Sensationsgier noch Euphorie ...

        



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